Apr 282007
 

Vor ein paar Tagen habe ich eine Platte rausgewühlt, die ich mir bereits vor etwa sechs Jahren gekauft habe. Sehr genial und deswegen kam dann auch die Frage auf, warum man sie eigentlich so lange nicht angepackt hat. Nun, darauf folgt die Frage, ob denn nicht mittlerweile ein neues Album rausgekommen sein könnte. Tja, leider ist dem nicht so. Wie kommt man bloß an gute neue Musik, wenn im Radio nur Mist läuft und auf MTV nur noch Masochisten gezeigt werden?

Sehr fein ist da das Pandora Internet Radio, welches auf den Ergebnissen des Music Genome Project aufbaut ("On January 6, 2000 a group of musicians and music-loving technologists came together with the idea of creating the most comprehensive analysis of music ever."). Im Grunde gibt man nur eine favorisierte Band oder einen Titel ein woraufhin dann eine "Music Station" gestartet wird, die Titel umfasst, welche ähnliche Qualitäten wie das Ausgangslied oder die Band haben. Zumindest für mich kommen da erstaunlich gute Ergebnisse raus – und ein kostenloser Stream von 128Kbps ist auch qualitativ nicht schlecht.

Ein ähnliches Konzept verfolgt last.fm. Allerdings kriegt man hier bei einem Treffer nicht gleich einen Titel der Band zu hören. Trotzdem gibt es Empfehlungen für ähnliche Band, ob die allerdings mit den User-Bewertungen/Tags zusammenhängen oder auf Amazon basieren…?

Wenn man nur Namen (Bands) finden will, welche dem eigenen Geschmack nahe stehen, dann ist auch die Music Map sehr schön. Wie das funktioniert scheint (mir) komplizierter zu sein (organisationsseitig), denn

the music-map is a part of gnoosic
gnoosic is a part of gnod
gnod is a project of marek gibney

Bei Gnoosic gibt man drei Bands ein und erhält dann eine Empfehlung. Darüber lernt das System anscheinend in welcher Beziehung die Bands(-stile) zueinander stehen (von dort kann man auch zu Music Map springen). Über Gnod kann man übrigen auch Maps für Bücher, Filme und – nach Anmeldung – anscheinend auch für "Personen" (Flork) erhalten. Gemessen daran, wie sehr meine Eingabe meiner absoluten Präferenz entspricht, und bezogen auf die Nähe der Vektoren, die ich zuordnen kann (also meist tatsächlich ebenfalls ähnlich bevorzugt sind), sind die Ergebnisse bei Musik und Büchern erstaunlich gut verwertbar. Beinah schon gruselig, wenn dort Sachen auftauchen, die ich inhaltlich oder dem Stil nach nicht unbedingt zueinander geordnet hätte. Gnooks (also für Bücher bzw. eigentlich Autoren) könnte ich mir damit auch als ein interessantes Instrument für öffentliche Bibliotheken vorstellen (und sei es nur für die Auslage von bereits vorhandenen Titeln neben einer Neuerscheinungs-/Neuerwerbungssregal). Für Erwerbungsentscheidungen die Ergebnisse miteinzubeziehen wäre vielleicht eine etwas (zu) drastische Idee?

Eine Clusterdarstellung wie Gnod bietet auch liveplasma.com für Musik und Filme. Allerdings scheint hier doch eher die populärere Richtung abgedeckt zu werden. Zu "Merry Thoughts" (der Name der eingangs erwähnten Band) lande ich hier bei Madonna…

Am besten gefällt mir bei dem ganzen eigentlich noch die Music Map in Verbindung mit Pandora Internet Radio. Mit der Music Map kann man auch wirklich Spaß haben, wenn z.B. neben Beethoven auch die Zillertaler Schürzenjäger auftauchen (ein Blick zu meinen Eltern verrät, dass das zmdst. tendenziell nicht absurd ist) oder man bei Tokio Hotel nahezu keine der Bands darum kennt.

Mir ging es aber ohnehin eher darum den "Long Tail" im Musikmarkt zu finden, der meinem Geschmack entspricht…

Apr 142007
 

Gerade lese bei Zillmans den Hinweis auf seine morgen startende Awareness Watch Weekly Talk Show.

Das ganze funktioniert über einen seit August 2006 frei verfügbaren Dienst bei blogtalkradio.com. Dort kann man sich anmelden und eine eigene Internet-Radioshow betreiben. Dazu bekommt man zudem eine Call-In-Nummer, damit auch Leute anrufen können und soweit ich das verstehe können bis zu 5 Leute simultan in die Sendung geschaltet werden, d.h. theoretisch wäre auch eine Diskussionsrunde denkbar. Von Skype (=kostenlos) ist allerdings nicht die Rede sondern wirklich nur von "phone number". Alternativ kann man sich aber auch per Instant Messanger einbringen. Die einzige deutsche Sendung hat aber als IM Skype angegeben – über "Test" allerdings wohl nicht hinausgekommen und thematisch vielleicht auch eher…

Die Sendungen werden mitgeschnitten, archiviert und können dann später als MP3/Podcast runtergeladen werden. Finanziert wird das ganze über Werbung und als "Showmaster" kriegt man laut FAQ sogar die Hälfte der Einnahmen.

Thematisch könnte Zillman recht interessant sein (morgen Einführung der Show; 22. "Deep Web Research"; 29. "Healthcare Resources").

Persönlich kann ich Podcasts nichts so viel abgewinnen (das muss schon ein sehr spannendes Thema sein, denn ansonsten geht das Querlesen eines Beitrages schneller), aber das phone-in könnte interessant sein bei der ein oder anderen Thematik.

Das ganze erinnerit mich an den Zapp-Beitrag Großer Boom – Fernsehangebote im Internet von Mittwoch zu grid-tv.com. Mit Preisen ab 2500 EUR nicht gerade kostenlosauf der Anbieterseite, aber für den Rezipienten vielleicht auch etwas wie der nächste Schritt nach youTube. Die aktuellen Presseinfos an der Seite klingen teils doch spannend. Hinter dem PDF zu Science-TV verbirgt sich ein – dem Konzept nach – äußerst interessanter Link zu university-tv.org

Die Bereitstellung eines eigenen IP-TV- Sender ohne jegliche Kosten bietet ArtVoice, der führende Anbieter von IP-basierten  Fernsehsendern, allen Universitäten und Hochschulen an. Im Austausch dazu stellen  die Hochschulen lediglich ihr eigenes vorhandenes Videomaterial über  wissenschaftliche Experimente, Untersuchungen oder Tutorials für die Ausstrahlung  auf dem von ArtVoice betriebenen TV-Sender Science-TV.com zur Verfügung. Von  dem kostenlosen Angebot im Austausch gegen Content machen bereits einige  Universitäten wie die FH München oder die TU Berlin Gebrauch. Die Sender dieser und  weiterer kooperierenden Hochschulen sind unter dem Portal  www.university-tv.org zu  finden. Das Angebot richtet sich an Universitäten sowohl in Deutschland als auch im  Ausland.   

Evtl. auch interessant die Pressemeldungen zu Medizin-TV und Literatur-TV

Wem das alles zu schnell geht, der kann sich auch den Glückwünschen von Zapp zum 10-jährigen Jubiläum von Phoenix anschließen. Vor allem historische Debatten können spannend sein, wenn sie etwa um die Zeit der eigenen Geburt herum liegen und Themen nahezu mit den gleichen Inhalten und Perspektiven wie heute behandelt werden (ich meine das J. Vogel da ~'83 mal eine sehr schöne Rede zum Umweltschutz gehalten hat, welche heute zur Zweitverwertung wieder hervorgeholt werden könnte – ich muss aber zugeben, dass die Erinnerung nur dunkel ist. Die Rede war aber von J. Vogel und sie war ziemlich gut ;)).

(An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich mir echt mal ordentliche Kategorien überlegen sollte – aber alles ist Web 2.0 :D)

Mrz 262007
 

Reichlich spät, aber Talk Digger muss ich mir dann doch noch merken.

Talk Digger is the way to find conversations emerging on the Web.

So ganz neu ist der Ansatz nicht, gefällt mir aber dem ersten Eindruck nach recht gut. Macht schon Spaß bei den bekannten Blogs zu gucken wer über diesen redet oder über welche Quellen er redet…

Feb 122007
 

Jane Hart („Learning & Performance Technologist“) hat mit ihrer Directory of Free E-Learning Tools eine sehr interessante Übersicht über freie E-Learning Tools aufgebaut. Schön finde ich auch ihre Übersicht Choosing and Using Free E-Learning Tools, bei der (recht) übersichtlich dargestellt wird, wann was sinnvoll eingesetzt wird (Word, Wikis, Blogs, Foren, Podcasts…). Da kann man viel interessantes finden…

Rein auf Web 2-nullige Anwendungen ist die Best Web 2.0 Software of 2006-Übersicht von Dion Hinchcliffe auch schön (Verweise darauf gab’s aber schon in diversen Blogs).

So, ich werd jetzt mal ein wenig das Soho Office (und all die anderen schönen Sachen dort) testen – soweit ist der Writer schon ziemlich beeindruckend. Mal sehen, ob ich rausfinde, wie man da nun ein Inhaltsverzeichnis generieren läßt…

Feb 082007
 

Second Life ist ein Phänomen, dass mich immer noch ein wenig mysteriös anmutet. Mein Test begrenzte sich bisher (mangels Zeit) auf einen 45-Minuten Ausflug ins virtuelle „Chat-O-Versum“ und liegt auch schon ein Weilchen zurück.

Ob es ruckelte, weil mein Rechner zu langsam ist oder ob es an dem ganzen Cachen der einzelnen Locations (Orte, „Szenen“) lag, weiß ich nicht – immerhin wurden innheralb der paar Minuten aber 500MB im Cache-Verzeichnis angelegt. Als erstes bin ich mal ein zu Library-Locations gesprungen, wo mich auch gleich ein paar „Stammis“ einweisen wollte und mir jemand ein Leaflet in die Hand drückte, falls ich lust hätte in der Auskunft der Bibliothek zu arbeiten (hier wird es tatsächlich bereits ziemlich Secondlife-ig). Naja, zunächst einmal eingesteckt, aber doch erst mal das Angebot / den Vorschlag abgewinkt. Dann schnell auf zum Rundgang durch die Bibliothek (mit dem verwaisten Auskunftsschalter), der aber nicht unbedingt übermäßig spannend war. Also wieder raus und ein wenig Neo „The Chosen“-mäßig herumgeflogen. Wie ich dann zu der Trainingsstrecke kam, die den Umgang mit 2nd Life in kleinen Lerneinheiten näher bringen soll, weiß ich nicht mehr. Tatsächlich lag meine Motivation aber nicht so hoch, so dass ich mich dann auch nicht so sehr mit Dingen wie meinem Aussehen beschäftigen wollte. Als ich dann nack wie Ken (von Barbie) dastand und meine „Ausrüstung“ nicht fand, habe ich dann doch erst mal peinlich berührt abgebrochen 😉

Soweit zu meinen ersten Erfahrungen. Bisher hat Zeitmangel, aber auch eine mangelnde Motivation mich davon abgehalten mich nochmal um mein zweites Leben zu kümmern.

Trotzdem frag ich mich langsam, nach diversen Artikeln, ob da wirklich ein interessantes neues „Etwas“ entstanden ist, dass mehr als 3D-gerenderter Chat ist. Das die SL-Währung bereits in „echte“ Leben hineinspielt war ja nicht so aufregend, da dies doch auch von diversen anderen Online(rollen)spielen, insbesondere World of Warcraft, bekannt ist. Letzt Woche gab es aber dann beim NDR in der Sendung Zapp (vom 31.07.2007) den Beitrag Virtuelle Storys – Wie Medien die Internetwelt „Second Life“ erobern (als Textversion | als Video). Mal abgesehen, dass es dort vor allem um die Erstellung einer „echten“ Zeitschrift, auch wen deren Qualität etwa Bild entspricht, geht, so wird dort aber zum Beispiel auch angemerkt „Diese Welt wird für Journalisten immer interessanter. Der amerikanische Kongress überträgt Reden [2] in sein virtuelles Ebenbild. Vor der Parteizentrale des rechtsextremen ‚Front National‘ kommt es zu Demonstrationen.“. Wenn man nach diesem Virtuellen Kongress sucht, dann landet man ganz schnell auch bei dem Thema Steuern in virtuellen Welten, z.B. im Artikel US Congress launches probe into virtual economies. (In der gleichen Sendung übrigens ebenfall interessant: Neue Konkurrenz – Wie das Web 2.0 den Journalismus verändert.)

Heute lese ich dann in der aktuellen C’t-Ausgabe

Die Universität der Künste Berlin (UdK) hat in Kooperation mit der Universität St. Gallen ein kostenfreies 3D-Infomodul in der Onlinewelt Second Life eingerichtet. Sie möchte hier experimentell Lerhangebote durchführen und Möglichkeiten der Entwicklung ausloten.

(Die ähnlich lautende Pressemeldung findet sich auch unter www.udk-berlin.de/ldk)

Da gewinnt man doch langsam den Eindruck, als ob da tatsächlich mehr als ein gehyptes Produk eines Spieleanbieters im Busche ist… 😉

Jan 032007
 

Bei netbib wird eine kleine Progonose zu 2007: Speicherplätzchen und Schnee im Netzdschungel gewagt…
Alles immer und überall verfügbar ist im Grunde eine schöne Vision. Wie aber in dem Beitrag am Beispiel Googles angedeutet wird, ist das Vertrauen in solche Dienste noch so eine Sache – andererseits ist Datenschutz auch nicht jedem so wichtig (wie war das mit StudVZ – auch wenn’s nicht ganz in die Kategorie passt).

Wenn ich in eine Zukunft sehe in der quasi jeder Rechner nur noch ein Thin-Client ist, lokal installierte Programme antiquiert sind und mehr oder minder alles bei Dritten liegt, dann erfüllt mich das auch nicht unbedingt mit Enthusiasmus. Im Grunde sind die Angebote solcher Anbieter so proprietär wie ein MS Windows, welches man zwar noch bei sich auf dem Rechner hat, aber bei dem es quasi seit jeder Version (sagen wir ab Win98) erhebliche Ängste um den Datenschutz gab und Vista schon wieder ganz neue Ängste anregt.

Hinzu kommt, dass solche Angebote ja auch nicht auf Ewigkeit kostenlos sein werden. Zumindest ist zu vermuten, dass sich zukünftig nicht alles über Werbung wird finanzieren lassen oder zumindest die Funktionalität ohne das freigeschaltete Premiumangebot begrenzt sein wird.

Das Web 2.0 (muss man jedes mal dazu sagen, dass es ein strapazierter Begriff ist?) finde ich da toll, wo ich Daten mit anderen tauschen/verfügbar machen kann, Daten die ich bestimme und die vielleicht dann auch dem Ansatz der kollaborativen Zusammenarbeit Rechnung tragen. Alle anderen Daten habe ich aber lieber „vor Ort“ und unter meiner Kontrolle.

Im Moment gefällt mir die Idee des Portable Office, realisiert über USB-Stick und Open Source (zmdst. Freeware) Software erheblich besser. Auf nen 1GB Stick kriege ich alles (portableapps.com, kikizazs.net (Liste von USB-fähigen Programmen), Portable_USB_Drive_Apps) und noch viel mehr drauf, das ich zum mobil sein brauche. Das ich mit einem solchen Stick, wenn er verschlüsselt ist und an einem Win-Rechner ohne Admin-Rechte betrieben wird, ganz andere Probleme habe, sei dahingestellt – vielleicht könnte sich aber ja auch das Sicherheitsproblem von USB-Sticks auf die Netzangebote übetragen (über Port 443 – SSL – ist ein Firmendokument ja auch schnell „außer Haus“)?

Beinah ironischer Weise (sicher selbstironisch) weißt der Beitrag aber ja auch draus hin, dass viele Visionen sich ganz schnell wieder verlaufen und nennt den inet-Beitrag 2006 – Jahr der E-Book-Reader als Beispiel. Empfinde ich als ironisch, da ich mich ja selber vor ein paar Tagen über das magere Reader-Angebot gewundert habe. Andererseits glaube ich schon, dass sich da noch einiges tun wird, warum also nicht auch bei den „Platten im Netz“ (oder eben gleich Anwendungen) – vielleicht noch nicht so sehr in 2007, aber…

Was wird eigentlich aus Open Source, wenn Anwendungen eigentlich nur noch auf „dicken Servern“ laufen? Kommt dann „open bandwidth“? 😀

Naja, obwohl zunächst trotzdem eine gewisse Ablehnung bei mir bleibt, schließe ich mich grundsätzlich dem Fazit des Beitrags an, dass sowieso alles anders kommen wird…