Jan 032007
 

Bei netbib wird eine kleine Progonose zu 2007: Speicherplätzchen und Schnee im Netzdschungel gewagt…
Alles immer und überall verfügbar ist im Grunde eine schöne Vision. Wie aber in dem Beitrag am Beispiel Googles angedeutet wird, ist das Vertrauen in solche Dienste noch so eine Sache – andererseits ist Datenschutz auch nicht jedem so wichtig (wie war das mit StudVZ – auch wenn’s nicht ganz in die Kategorie passt).

Wenn ich in eine Zukunft sehe in der quasi jeder Rechner nur noch ein Thin-Client ist, lokal installierte Programme antiquiert sind und mehr oder minder alles bei Dritten liegt, dann erfüllt mich das auch nicht unbedingt mit Enthusiasmus. Im Grunde sind die Angebote solcher Anbieter so proprietär wie ein MS Windows, welches man zwar noch bei sich auf dem Rechner hat, aber bei dem es quasi seit jeder Version (sagen wir ab Win98) erhebliche Ängste um den Datenschutz gab und Vista schon wieder ganz neue Ängste anregt.

Hinzu kommt, dass solche Angebote ja auch nicht auf Ewigkeit kostenlos sein werden. Zumindest ist zu vermuten, dass sich zukünftig nicht alles über Werbung wird finanzieren lassen oder zumindest die Funktionalität ohne das freigeschaltete Premiumangebot begrenzt sein wird.

Das Web 2.0 (muss man jedes mal dazu sagen, dass es ein strapazierter Begriff ist?) finde ich da toll, wo ich Daten mit anderen tauschen/verfügbar machen kann, Daten die ich bestimme und die vielleicht dann auch dem Ansatz der kollaborativen Zusammenarbeit Rechnung tragen. Alle anderen Daten habe ich aber lieber „vor Ort“ und unter meiner Kontrolle.

Im Moment gefällt mir die Idee des Portable Office, realisiert über USB-Stick und Open Source (zmdst. Freeware) Software erheblich besser. Auf nen 1GB Stick kriege ich alles (portableapps.com, kikizazs.net (Liste von USB-fähigen Programmen), Portable_USB_Drive_Apps) und noch viel mehr drauf, das ich zum mobil sein brauche. Das ich mit einem solchen Stick, wenn er verschlüsselt ist und an einem Win-Rechner ohne Admin-Rechte betrieben wird, ganz andere Probleme habe, sei dahingestellt – vielleicht könnte sich aber ja auch das Sicherheitsproblem von USB-Sticks auf die Netzangebote übetragen (über Port 443 – SSL – ist ein Firmendokument ja auch schnell „außer Haus“)?

Beinah ironischer Weise (sicher selbstironisch) weißt der Beitrag aber ja auch draus hin, dass viele Visionen sich ganz schnell wieder verlaufen und nennt den inet-Beitrag 2006 – Jahr der E-Book-Reader als Beispiel. Empfinde ich als ironisch, da ich mich ja selber vor ein paar Tagen über das magere Reader-Angebot gewundert habe. Andererseits glaube ich schon, dass sich da noch einiges tun wird, warum also nicht auch bei den „Platten im Netz“ (oder eben gleich Anwendungen) – vielleicht noch nicht so sehr in 2007, aber…

Was wird eigentlich aus Open Source, wenn Anwendungen eigentlich nur noch auf „dicken Servern“ laufen? Kommt dann „open bandwidth“? 😀

Naja, obwohl zunächst trotzdem eine gewisse Ablehnung bei mir bleibt, schließe ich mich grundsätzlich dem Fazit des Beitrags an, dass sowieso alles anders kommen wird…

 Antworten