Apr 232016
 

slims_logoLange ist hier nicht mehr geschehen, aber da ich gestern eine Mail zu einem uralten Beitrag von 2009 erhielt, dachte ich, ich gucke nochmal, was aus SLiMS geworden ist. Seit dem letzten Beitrag „Bibliothekssoftware Senayan 5 Meranti testen“ wurden immerhin drei Versionsprünge gemacht. Ich denke, für OPLs & Co ist das immer noch eine interessante Lösung. Wobei, es gibt sogar mittlerweile eine Union Catalogue-Komponente.

Die offizielle Webseite (mit „out-of-the-box“-lauffähiger Version): slims.web.id
Das offizielle Github-Repository: github.com/slims/slims8_akasia

Die oben erwähnte Mail war übrigens von Herrn Laufer von der Volkssternwarte Würzburg e.V. Er hat einen eigenen Opac entwickelt, der hier online ist: Bibliothek der Volkssternwarte Würzburg: Online-Katalog. Visuell erinnert er stark an Pica. Ob der Quellcode frei ist, weiß ich nicht.

Mrz 252012
 

Über Senanyan Library Automation SystemSlims (SLiMS) hab ich schon ein paar Mal berichtet; auch weil ich u.a. an der Unterstützung für mehrere Sprachen mitgearbeitet habe. Lange habe ich es selber aus den Augen verloren, auch weil die mir bekannte offizielle Seite nicht aktualisiert zu werden scheint. Aber es wird fleissig weiterentwickelt, man muss jedoch auf github gucken (z.B. beim Entwickler Purwoko).

Wie auch immer und um es kurz zu machen. Ich habe unter slims.verweisungsform.de eine Deutsche Version aufgesetzt, die gerne getestet werden kann. Um sich als admin anzumelden einfach admin/admin eingeben. Für diese Version habe ich heute die deutsche Sprachdatei aktualisiert. Und um es noch etwas bequemer zu machen, habe ich für alle Interessierten ein Paket gepackt, dass gleich alles auf Deutsch installiert (gibt es nur hier ;):   Senayan SLiMS 5 Meranti – (Deutsche als Installationsstandard).zip. Da das ganze Open Source ist, kann man auch beliebige Änderungen vornehmen.

Installation ist toteinfach:

  1. Entpacken Sie den Inhalt des SENAYAN-Ordners in das Web-Rootverzeichnis (oder einen Ordner darunter) ihres Webservers.
  2. Erstellen Sie eine MySQL-Datenbank mit dem Namen „dbslims“
  3. Öffnen Sie phpMyAdmin oder einen anderen MySQL-Client und führen Sie das MySQL-Script „\install\senayan.sql“ für die erstellte Datenbank aus.
  4. Passen Sie die Datenbankkonfiguration in sysconfig.local.inc.php an.
  5. Rufen sie die Seite auf und melden Siche sich mit dem Benutzernamen „admin“ und dem Passwort „admin“ an.

Nun können Sie losRAKern 🙂

Anmerkungen

  • Um den Z39.50-Service unter „Katalogisierung“ verwenden zu können, muss für PHP die YAZ-Bibliothek (www.indexdata.com/yaz) installiert sein. Sie können Senayan aber auch so verwenden, allerdings können Sie dann keine Daten automatisch von anderen Katalogen übernehmen.
  • Um die LDAP-Funktion nutzen zu können, muss das LDAP-Modul für PHP aktiviert sein. Wenn Sie nicht wissen, was LDAP ist, dann werden Sie es vermutlich nicht vermissen (ein Dienst zur Benutzerauthentifizierung, z.B. in Firmennetzen üblicherweise zu finden) 😉

So weit. Eigentlich wollte ich heute was ganz anderes machen. Nun juckt es mich beinah in den Fingern meine PICA-katalogdaten scherzeshalber – oder viel mehr mit ernsthaften Absichten – in Senayan zu importieren. Für eine Schulbibliothek ist es z.B. schon keine schlechte Option – kostenlos, umfangreich und eine eigene Webseite macht ohnehin Sinn (die kriegt man schon für weniger als 5 EUR im Monat, teilweise als Schule sogar kostenlos). Man kann sogar einen Verbund aufbauen…

UPDATE

YAZ unter Windows zu aktivieren, ist nicht unproblematisch (siehe Kommentare), ebenso wird der ein oder andere über das Aktivieren von LDAP mit PHP stolpern. Um einmal eine vollständig Out-of-the-Box lauffähige Version zu probieren, einfach

  1. Die Datei UniformServer_with_Slims5.rar herunterladen und entpacken
  2. Start.exe in dem Ordner ausführen
  3. Im Symbol im Tray (neben der Uhr) Start UniServer wählen
  4. Im Browser die Adresse localhost aufrufen

Die LDAP-Einstellungen müssen natürlich ggf. noch in der Konfigurationsdatei von Slims5 (x:\UniformServer\www\sysconfig.inc.php) vorgenommen werden. Dort kann man ebenfalls den/die Z39.50 Server anpassen (eine Liste findet sich z.B. am Ende des Artikels YAZ (Z39.50 Toolkit), PHP, Apache und Windows).

Apr 252010
 

Wo ich gerade eine Mail mit Fragen bezüglich Senayan (siehe: Senayan – Open Source Library Management System aus Indonesien) bekommen habe, nutze ich die Gelegenheit um den Blog mal wieder etwas hinzuzufügen. Seit dem letzten Beitrag hat sich doch etwas getan; immerhin vier offizielle Updates. Damals fehlte noch die deutsche Übersetzung. Anfangs per Mail, hab ich Kontakt zu einem der Entwickler gekriegt; nachdem ich verstanden hatte wie das mit GitHub („Social Coding“) funktioniert, hab ich eine alternative Übersetzungsmöglichkeit rein gebasteltet (eine Gettext-Variante). Jetzt kann bequem mit z.B. PoEdit übersetzt werden (Deutsch ist natürlich fertig ;)). Mittlerweile sind auch Spanisch und Arabisch hinzugekommen. Abgesehen von einem Doku-Ansatz und einem Datenbank-ERD war es das dann aber auch schon im Großen und Ganzen mit meiner ersten Beteiligung an einem Open Source Projekt. Der Versuch, bibliographische Daten per z39.50 abzugreifen, ist nicht über die Grenzen meiner Platte hinausgekommen (hab aber immerhin etwas über dieses Protokoll gelernt; und zmdst. prinzipiell funktioniert es). Allerdings ist wohl ohnehin ein „Flexible Schema“-Feature in der Entwicklung, mittels welchem Metadaten-Schemata (MARC21, MODS, Dublin Core etc.) definiert werden könnten. Derzeit sind die Möglichkeiten (Felder) zur Titelaufnahme nicht unbedingt optimal (obwohl vergleichsweise nicht schlecht), aber wenn dieses Feature käme, würde sich das ändern und dann wäre eine ausgefeilte Importmöglichkeit wahrscheinlich viel günstiger umzusetzen.

Wie auch immer, ich selber ziehe mir nur ab und an die Updates aus den GitHub-Repositorien und gucke was sich so getan hat. Mittlerweile sind einige Entwickler hinzugekommen. Einer davon ist Jürgen Gögelein (bei GitHub), der die deutsche Übersetzung zum Anlass genommen hat, sich in das Projekt einzubringen. Wie der Zufall es will, ist die Motivation dahinter eine betreute Schulbücherei 🙂 Mittlerweile gibt es www.senayan.de und es arbeiten zwei seiner Kollegen mit an dem Projekt. Gerade steht dort nur „It works!“, zuvor war dort ein Live-Senayan zum ausprobieren – vielleicht wird gerade heftig gearbeitet? Eine aktuelle Version setzt ansonsten der Katalog Perpustakaan , der/die/das Perpustakaan Rahima oder die Madinatul Ilmi Library (hier funktioniert die Sprachwahl allerdings nicht) ein.

Ich halte es für ein spannendes Projekt, auch wenn noch eine ganze Menge verbessert werden kann. Eine Empfehlung für den Produktiveinsatz… die kann ich nicht geben, allerdings bleibt mein Eindruck, dass die Open Source-Welt ansonsten nicht wirklich viel Gutes hergibt. Letztlich bleibt wohl nur ausprobieren und vergleichen. Senayan kann man schnell auf jedem LAMP/WAMP-Server installieren oder man lädt sich auf der offiziellen Seite die (nicht ganz aktuelle) portable Version herunter (einfach entpacken, starten und ausprobieren) – ganz rechts im Menü. Vergleichen kann man es z.B. mit Koha für das auch Demo-Versionen online angeboten werden.

Aug 212009
 

Korrektur 2009-08-24: Es ist äußerst peinlich, aber Senayan stammt natürlich nicht aus Indien, sondern aus Indonesien. Der Titel ist nun korrekt, Inhalt angepasst, aber der Permalink bleibt lieber mal. Lesson learned: niemals müde und mit Kopfschmerzen auf Veröffentlichen klicken (oder überhaupt schreiben).

Beim Beitrag Bibliothekskataloge/OPACs für alle? erwähnte ich am Ende, dass ich noch ein ziemlich schickes System gefunden habe, denn ja, ich habe tatsächlich bei Sourceforge nach Perlen getaucht. Mit Senayan kommt somit noch ein Open Source Library Management System aus Indonesien hinzu, das definitiv Aufmerksamkeit verdient. Die Version bei Sourceforge ist gegenüber der Version auf der offiziellen Seite veraltet. Anscheinend sind die Entwickler zu Github („Social Coding“) übergegangen.

Es ist das einfache, überall lauffähige und dabei relativ mächtige Bibliotheksmanagementsystem, das ich im oben genannten Beitrag gesucht habe. Es wäre müßig, wenn ich jetzt alle Features aufzählen würde, denn diese werden auf der Senayan-Seite bereits genannt – zugegeben kribbelt es bei Kardex, Z39.59 und Zweigstellen doch unter den Fingern, diese zu erwähnen. Auf der Seite  sind aber auch eine Demo-Version, sowie Screenshots verfügbar. In den Adminbereich der Demo kommt man mit admin als Benutzername und Passwort. Wer gleich richtig durchstarten will, der kann sich auch eine portable Senayan-Version holen (rechts unter Releases), die von Fandi Gunawan entwickelt wurde (Portable Senayan : Open Source Library management System is now portable). Aber dafür hab ich ja meinen Uniform Server bereits 🙂
Hier ein paar Bilder meiner Installation

Einen kleinen Haken hat die ganze Sache allerdings: Ein Katalog auf Englisch oder Indonesisch bringt in Deutschland nicht viel. Da ich wirklich sehr angetan von dem System war, hab ich mich mal an eine Übersetzung gewagt, wie man bei den Bildern sieht. Dabei habe ich festgestellt, dass leider für einige Stellen keine Übersetzungsmöglichkeiten (von Englisch) angeboten werden, aber hauptsächlich betrifft dies Berichte im Adminbereich. Da Senayan aber noch (sehr) aktiv entwickelt wird, wäre ich zuversichtlich, dass auch dies korrigiert wird.
Insgesamt hat die Übersetzung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als ich dachte. Ganz glücklich bin ich auch nicht damit, aber es ist ein Anfang. Da ich erst mal herausfinden muss, an wen ich die jetzt schicken kann (bei der alten Sourceforge-Version einchecken scheint mit wenig sinnvoll; Github bin ich mir unsicher), hänge ich den „Deutsch-Patch“ erstmal an diesen Beitrag an. Die Schritte wären dann:

  1. Senayan runterladen und entpacken
  2. Den Patch herunterladen (senayan3-(s10,p1)_german-patch) und an die selbe Stelle entpacken
  3. Fünf-Schritt-Anleitung install\README-german.txt lesen
  4. (Mit ein klein wenig Routine bei sowas, läuft das ganze in fünf Minuten)

Tja, was bleibt noch zu sagen? Wer nach ein Bibliotheksmanagementsystem für zum Beispiel eine Schule oder ein Projekt, das nicht gleich der Nationalbibliothek Konkurrenz machen will, sucht, aber vielleicht Aufwand und Anforderungen (~Kosten) von Koha scheut, sollte sich Senayan mal ansehen. Senayan sollte auf jedem „billig“-Webserver laufen und schlägt die Favoriten dieser Liga – von den Downloadzahlen her;  OpenBiblio und PHPMyLibrary – um Längen. Gerade mal 800 Downloads ist aber auch eine Schande (hmm, bei der Strahlweite dieses Blogs wird es jetzt wohl auch nicht besser :D). Einzig wird wohl dort die Z39.50-Unterstützung (YAZ) fehlen, die aber nicht zwingend notwendig ist (sprich eine Installation verhindert). Dann muss man eben von Hand katalogisieren, obwohl auch eine Importfunktion geboten wird – wenn man die Daten also anders bekommt…
Als Open Source ist es natürlich auch wegen der Kosten einen Blick wert. Wenn ich das nicht misinterpretiere, ist Senayan übrigens unter Schirmherrschaft des Department of National Education/Indien entstanden – da gibt’s sowas als gefördertes Open Source, bei uns höchstens ein „kostengünstiges“ Allegro-C? In diesem Zusammenhang sind auch insbesondere die Kommentare zur Infobib-Meldung Erste norwegische KOHA-Installation interessant.

Bei allem Lob, es gibt es auch Schwächen. Allerdings habe ich hier natürlich kein Produktivsystem, von daher kann ich da keine grundsätzlichen Aussagen zu Stärken und Schwächen treffen, allerdings scheint es in Indonesien sehr beliebt zu sein, sich also bewährt zu haben. Wirklich schade fand ich vor allem, dass eben keine vollständige Übersetzung möglich ist. Bei den Titelaufnahmen hat mit gewundert, dass kein Feld für den Untertitel vorgesehen ist. Andererseits ist die Suche aber ziemlich gut und irgendwie ist es dann auch egal (das meine ich jetzt natürlich nicht wirklich lieber potentieller Arbeitgeber ;)).  Auch wäre es natürlich schön, wenn man noch andere Z39.50-Server als den der Library of Congress wählen könnte (mal sehen, ob ich das in den nächsten Tagen herausfinde wie’s auch mit dem GBV klappt), aber das ist auch kein echter Minuspunkt. Theoretisch wäre das Fehlen einer (englischen) Dokumentation ein negativer Punkt, von meiner Seite allerdings auch nur eine halbherzige Kritik, da ich das ganze System eigentlich ziemlich intuitiv fand – 102 Seiten Doku, ob englisch oder indonesisch – sind so oder so doch wenig attraktiv.

Vielleicht reizt es jetzt nun aber noch jemanden Senayan mal zu testen. Vielleicht dann etwas kritischer? 😉