Jan 252010
 

Schon fast drei Monate nichts mehr hier in das Blog geschrieben. Und der nächste Beitrag schließt gleich an den letzten – EU fordert (alle) zur Beteiligung an Copyright für “digitales Zeitalter” auf – an. Bereits seit 20 Tagen (5.1.2010) sind Stellungnahmen zu dem Diskussionspapier online.

Die Stellungnahmen sind in die vier Kategorien (1) Mitgliedsstaaten/staatliche Einrichtungen, (2) europäische Verbünde/NGOs,  (3) Unternehmen und (4) Bürger unterteilt. Zu finden sind u.a. Beiträge vom DBV (Forderung nach „Wissenschaftsurheberrecht“), Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Wikimedia Deutschland, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rundfunkanstalten, Universal Music Publishing Group, Reed Elsevier (in einem Satz: „Bitte nichts ändern“?). Ich bin gespannt was die Auswertung dieser und all der anderen Papiere durch die Kommission ergibt. Ein Datum dazu wird leider nicht genannt.

Dazu auch passend die Meldung von heute: GEMA : EU soll Musikverwertung vereinheitlichen.

(Schon wieder so ein Stub-Eintrag im Blog…)

Okt 282009
 

Ganz hundertprozentig stimmt der Titel nicht, da es vor allem um „creative content online“ geht. Andererseits ist es schon die Richtung die angegeben wird. Darüber gestolpert bin ich gestern bei onlinekosten.de durch den Artikel EU fordert Binnenmarkt für digitale Inhalte, der eine knappe Übersicht auf Deutsch gibt. Die Pressemeldung der EU dazu: Kommission stößt Überlegungen zu einem digitalen Binnenmarkt für kreative Online-Inhalte an.

Im Bereich Audiovisuelle- und Medienpolitik der Website der EUC geht’s dann für die Interessierten – und insbesondere für diejeniegen, die sich einbringen wollen – unter dem Rubrik Sonstige Maßnahmen/Online Inhalte mit Öffentliche Konsultation zum Thema „Online-Inhalte“ Oktober 2009 weiter. Dort erhält man dann auch das Consultation paper Creative Content in a European Digital Single Market: Challenges for the Future. Derzeit nur auf Englisch, aber es fordert neben den „üblichen Verdächtigen“ auch die EU-Bürger zu Beteiligung auf. Ich denke auch für Bibliotheken/Bibliotheksverbände sollte dies ungemein interessant sein. Ich finde das ziemlich spannend – und wichtig -, habe aber sonst noch nirgendwo etwas dazu gelesen. Vielleicht ist es trotzdem schon in aller Munde, aber ansonsten hätte es sicher mehr Beachtung verdient, als diesen „Stub“-Eintrag in diesem Blog… 🙂

Sicher könnte man auch – unter anderem! – die gesammelten Ideen und Beiträge der Open Access Week da weiter verwerten? Eine schöne Übersicht dazu gibt übrigens Archivalia mit Übersicht: 23+1 Beiträge in Archivalia zur Open-Access-Woche. Die Aufforderung der EUC find ich jedenfalls spannend – muss man halt nur mitbekommen…

Nachfolgend noch ein paar Zitate aus dem Paper. Die sind – relativ – wahllos zusammengewürfelt und da sind noch einige andere interessante Dinge. Aber vielleicht reizen sie ja doch den ein oder anderen dazu, sich das Paper ganz durchzulesen. 🙂

The starting point of this reflection paper is therefore the objective of creating in Europe a modern, pro-competitive, and consumer-friendly legal framework for a genuine Single Market for Creative Content Online, in particular by:
– creating a favourable environment in the digital world for creators and rightholders, by ensuring appropriate remuneration for their creative works, as well as for a culturally diverse European market; […] (S. 3)

As far as rights management, exploitation and distribution are concerned, traditional practices for licensing rights are not always adapted to digital distribution. (S. 4)

Moreover, user-created content and interactive services are having an increasing social, cultural and economic impact on content industries. Consumers expect more freedom and flexibility to express themselves on these platforms. (S. 10)

Copyright law is territorial. Traditionally this means that states grant and recognise copyright in their own territory via their national legal order. In the context of European integration, the traditional territoriality of copyright has come increasingly into conflict with the imperatives of a borderless single market, created by a supranational legal order. For the moment, in the EU, the author of a single work will enjoy a separate copyright in that work in each of the 27 Member States to the EU. […] Fragmentation of the single market by copyright is thus inherent in the current state of Community law where there are still 27 national copyright systems, instead of a single European Copyright Law. (S. 10; 12)

It is therefore one of the options mooted to tackle in particular the issues of „orphan works“ and possibly also of out-of-print works.) […] This could imply that orphan works would only be included in an extended collective licence scheme after a diligent search has confirmed their orphan status. (S. 14)

While libraries and research institutes would like more harmonised exceptions, copyright industries across the spectrum (book publishing, film and record production) form a united front in arguing that contractual licensing is the preferred way forward to implement exceptions and remunerate rightholders. (S. 15)

In general, a rather more nuanced approach to exceptions and limitations might be in order in the medium term. There are „public interest“ exceptions for research and teaching or for access to works in favour of persons with a disability on the one hand, and there are the „consumer“ exceptions, such as private copying, on the other hand. (S. 15)

The essential policy objective is to simplify the cross-border management of rights for online uses such as online music services (iTunes-type downloads or Nokia-type bundled music offerings) and video services (e.g. user generated content services on YouTube, and emerging on-demand TV programmes as well as feature film services). (S. 15)

While national laws would govern the extent of protection and the enforcement of licensed rights, the owner could chose the territories covered by the license. (S. 16)

Freely accessible ownership and licence information on world repertoire is an option that has the potential to ease the operation of multi-territory and multi-repertoire licensing […] (S. 17)

‚In order to create a more coherent licensing framework at European level, some stakeholders are suggesting a more profound harmonisation of copyright laws. A „European Copyright Law“‚ (S. 18)

All interested parties are invited to comment on the ideas raised in this reflection paper, and in particular on the Possible Actions outlined in Chapter 5. (S. 21)

Aug 182008
 

Gerade flatterte über den Telepolis-Newsfeed die Meldung Urheberrecht und Europäische Integration rein, die im wesentlichen den Artikel Jahrhundertprojekt: EU plant digitale Riesenbibliothek – “Europeana” soll noch diesen Herbst starten zusammenfasst.

Etwas eigenartig in dem Artikel:

[…] heißt es von der EU-Kommission. […] In den Bibliotheken Europas würden mehr als 2,5 Mio. Bücher lagern […]
Allerdings dürften sich allein schon die Gesamtkosten für die Digitalisierung von fünf Mio. Büchern in den Bibliotheken Europas laut Schätzungen der EU […]

Na was denn nun – 2,5 oder 5 Millionen Bücher? Vielleicht durcheinander gekommen mit Büchern und Objekten, denn laut dem About auf Europeana.eu sollen bis 2010 6 Millionen Objekte, d.h. Bücher, Videos, Bilder und Audiomaterial, abrufbar sein.

Nun, jedenfalls eine Menge Bücher für die durch die EU geförderte 120 Millionen Euro zur Digitalisierung bereitstehen, geschätzt schließlich aber 225 Mio. benötigt würden, wenn man andere Objekte noch außen vor lässt und insbesondere bei diesen könnte sich das Urheberrecht als entscheidendes Hemmnis kultureller europäischer Integration erweisen.

Wie dem Artikel zu entnehmen, ist Europeana unter www.europeana.eu zu erreichen. Interessant fand ich dort die Demo-Version, die ich mir allerdings noch mal in Ruhe angucken muss (Tipp: immer da klicken wo die rote Hand hinzeigt). Jedenfalls ist es keine grau-in-grau Seite von trauriger Gestalt.


DB Recovery Info (Was soll das?)
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Sonstiges:

Mrz 172007
 

Nachdem ich mich vor kurzem gewundert habe, wo man etwas über die europäischen Digitalbibliothek „Europeana„findet, liefert Inetbib gestern gleich die Adresse zu einer Vorabversion frei Haus. Unter der Haube scheint aber dementsprechend auch noch nicht viel zu sein, aber die Haube selber macht dafür schon einen recht feinen Eindruck. Die thematische Point-&-Click-Suche auf der Startseite gefällt mir dabei vom Ansatz her besonders, aber das Refining nach einer begonnen Recherche wirkt auch sehr durchdacht. Ohne die richtigen Inhalte bleibt dies natürlich nur ein oberflächlicher Eindruck. N, ich bleib jedenfalls gespannt…