Feb 222009
 

Vor kurzem habe ich das Buch Wer bin ich – und wenn ja wie viele? von Richard D. Precht gelesen. Ein, wie ich finde, sehr gutes Buch, weil es in philosophische Fragen einführt, die nicht zu sehr der “gefühlten” Wirklichkeit enthoben wirken. Dabei (deswegen) wählt er einen interdiziplinären Ansatz, d.h. nicht die “klassische Einführung” von Aristoteles bis [Erscheinungjahr des Buches einsetzen], sondern Ergebnisse aus u.a. Biologie, Psychologie, Medizin (insbesondere Gehirnforschung) und Soziologie miteinander verknüpft, so dass auch ein (zeitgenössischer) Laie gut folgen kann. Das interessante ist, wie so ein umfassender(er) Ansatz aussehen kann, nicht unbedingt, ob man dem Autor in allen Dingen zustimmt oder ihm sogar definitive Fehler nachweisen kann. Gänzlich davon abraten würde ich, dass man das Buch als Ratgeber liest – diese Einordnung hab ich bei der Amazonproduktbeschreibung erst hinterher entdeckt.

Was soll das nun – Buchempfehlungen in Blogs interessieren doch wirklich niemanden. Nun, gestern habe ich den Film Wahrheit! Alles Lüge! – Wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert (Arte) gesehen, der sehr interessant in Hinsicht auf die aktuelle Gehirnforschung ist, worauf wiederum auch das genannte Buch eben sehr viel Bezug nimmt (aber nicht da allein stehen bleibt). Der Film ist bei Arte selbst leider nicht mehr im Netz abrufbar, aber YouTube ist ja nicht so “kleinlich”, wenn es um Urheberrechte geht. Vielleicht haben sie (bzw. der einstellende Nutzer) ja auch Verwertungsrecht dafür: Wahrheit! Ales Lüge! Playlist.

Und dann hatte ich mal einen Beitrag Spiele (Konsolen und PC) in Bibliotheken hier im Blog.

Ok, jetzt hat eine Personensuchmaschine vielleicht schon echt eine gute Basis, wenn es darum geht zu erfahren, was mich (auch) interessiert. Aber hat es irgendwas mit Bibliotheken zu tun? Tja, so langsam entwickelt sich eine symbiotische Beziehung ( ;-) ) mit bibliothekarisches.de, denn das ganze Vorangegangene ist mir beim Lesen des Beitrags Opfer ihres Medienkonsums eingefallen. In dem genannten Film gibt es nämlich eine Stelle, die ganz konkret auf die Auswirkung von Spielen auf Kinder eingeht bzw. deren “Wahrnehmungsvoraussetzungen” im Gegensatz zum Erwachsenen – Video 3 bei Minute 5:35 – 8:50. Kernaussage ist “Die Kinder sind quasi diesen virtuellen Welten – könnte man sagen – aus Entwicklungsbedingungen und anatomischen Bedingungen ungeschützt ausgesetzt. (Im Film sieht man Kinder auf der WII-Konsole bowlen – von wegen “virtuellen Welten”). Die anatomischen Bedingungen – im Gehirn – waren für mich da bei ein neues oder zumindest nicht mehr so abstraktes Argument neben bekannten wie der “sozialen Herkunft” und der “Vorbildfunktion”, woraus dann aber vielleicht auch folgt, dass die Eltern demnach “zwangsweise” anders mit den Medien umgehen, weil sie gar nicht mehr wie ein Kind “funktionieren”. Es fügt auch der Debatte um Gewaltspiele (oder sogar der Begründung eines Jugendstrafrechts) eine “greifbare” Dimension hinzu, zmdst. wenn man wissenschaftlichen Ergebnissen prinzipiell traut (und die die das besonders tun, halten Psychologie meist nicht für eine “echte” Wissenschaft ;-) ).

Dieses Ergebnis ist sicher nicht die ganze Wahrheit, aber ganz ignorieren kann man sie bei der Frage nach dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen allgemein oder Spielen in Bibliotheken speziell nun eigentlich auch nicht mehr. Oder?


DB Recovery Info (Was soll das?)
Kommentare Original: 0
Lokale Google Cache Version (mit Kommentaren): Öffnen
Sonstiges:

 Antworten