Aug 012008
 

Ich bin gerade über den Netbib-Beitrag Kindle Reader gestolpert, der auf den Abendblatt-Artikel Eckig, praktisch gut? hinweist. Ich muss sagen, dass mich der Reader persönlich durchaus anspricht, insbesondere weil die Literaturversorgung unabhängig vom PC ist und auch im Wartezimmer der Arztpraxis funktioniert. Wenn ich es nun (endlich) richtig verstanden habe, dann funktioniert die Übetragung über Whispernet mittels des EVDO-Standard nicht per “klassischem” Wlan, sondern funktioniert über (Handy?)-Funkmasten. Ganz sicher bin ich mir aber immer noch nicht. Der Amazon Kindle Review auf Concentraed Technology gibt Don Jones einen m.E. recht guten Erfahrungsbericht ab. Dort heist es u.a. auch:

The wireless feature, though, is what really sells the Kindle. It uses Sprint’s EVDO network, so coverage is pretty much national. You don’t pay for the cell usage – it’s built into the price of the books you buy. When you buy a book on Amazon, it simply sends it to your Kindle – it takes about a minute once the Kindle’s wireless feature is turned on, using a slide switch on the back of the unit.

Nachdem es im Netbibbeitrag heißt “Wenn man mit dem Ding drahtlos Bücher aus der Bibliothek ausleihen kann, können wir mal wieder darüber reden”, finde ich den ergänzenden Kommentar vom Jones unter dem Beitrag noch recht interessant:

And I hope Amazon will someday think of a way for libraries to participate. It’s not even technically difficult – they just need to work out the business model and user experience.

Soweit ich das nun verstanden habe, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es technisch ein großes Problem wäre, aber verlass mich dann doch auf die Aussage aus einem Kommentar ;-). Das grundsätzliche Verbreitungsprinzip scheint mir aber sehr benutzerfreundlich.

Nachdem ich eben noch den Artikel The future of reading (Newsweek, 26.11.2007 von Steven Levy) gelesen habe, bin ich insbesondere über diese zwei Absätze auf Seite 6 (gedanklich) gestolpert:

Google has already scanned a million books from its partner libraries like the University of Michigan and the New York Public Library, and they are available in its database. (Last week my wife searched for information about the first English edition of the journals of Pehr Kalm, a Swedish naturalist traveling in Colonial America. In less than two seconds, Google delivered the full text of the book, as published in 1771.)

Paul LeClerc, CEO of the New York Public Library, says that he’s involved in something called the Electronic Enlightenment, a scholarly project (born at the University of Oxford) to compile all the writings of and information about virtually every major figure of the Enlightenment. It includes all the annotated writings, correspondence and commentary about 3,800 18th-century writers like Jefferson, Voltaire and Rousseau, completely cross-linked and searchable—as if a small room in a library were compressed to a single living document. “How could you do that before?” he asks.

Ich denke man sollte wirklich nicht vergessen, dass Bibliotheken ja schon eine enorme Menge – wohl nicht ganz unwesentlich über Google-Kooperationen – an digitalisierten Texten besitzen. Zumindest mittelfristig wäre es doch schade, wenn diese nur auf dem Monitor zu Verfügung stehen würden, statt zumindest das Potential von eReadern in Betracht zu ziehen, das zugleich auch noch ein weiteres Argument für den gigantischen Digitalisierungsaufwand wäre. So ganz abwegig oder sinnfrei scheint mir eine Nutzung solcher Technologien durch Bibliotheken nicht zu sein. Wahrscheinlich müssten aber schon Bibliotheken die Initiative ergreifen, denn das Amazon – oder Alternativen – den ersten Schritt machen, scheint mir doch unwahrscheinlich.

Ich bin jedenfalls gespannt wann und ob (zumindest in Version 1; Version 2 soll schon auf dem Weg sein) auch auf dieser Seite des Teiches zu erhalten sein wird. Den Kritiken und Beschreibungen nach hat diese erste Generation aber ja schon einige E-Book-Hürden genommen. Einmal in der Woche – und sein es realistisch 3 Tage – 2h aufladen, ePaper-Technologie und einfacher Bezug von Inhalten sind schon gute Argumente. Sicher gibt es da noch den ein oder anderen Haken (z.B. proprietäre Formate bzw. Kompatibilität), aber es fällt mir schwer zu glauben, dass eBooks – und entsprechende Reader – ein Nischenprodukt bleiben oder gar scheitern werden. Na, die Zukunft wird’s zeigen.

Für einen Eindruck find ich auch das Kindle-Angebot bei Amazon.com ganz interessant (wow, noch nie eine Nutzbewertung gesehen, die von fast 70.00 anderen Nutzern bewertet wurde – der erste Kommentar von Steve Gibson). 359,- $ entsprechen übrigens etwa 230,- € – das ist schon noch recht teuer, aber der Preis scheint doch noch relativ stetig abwärts zu gehen (beim letzten Check waren es noch 400 $). Wer weiß – vielleicht subventioniert sich das Gerät letztlich ohenhin eher durch die eigentliche “Anwendungen” (Bücher und (!) Hörbücher), so wie bei Handys und Co.

Oh, netter Nebeneffekt von eBooks – kein Problem mit den Buchrücken :mrgreen:


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