Okt 312008
 

Im Entwicklerblog zu Windows 7 macht man sich Gedanken zum User Interface: Starting, Launching, and Switching. 15 Jahre ist die Taskleiste – und damit das Prinzip des Startmenüs – alt, aber besonders praktisch ist es auch bei Vista nicht. Nun, ich kenne wenige, die das Startmenü wirklich exzessiv zum Starten von Programmen nutzen. Die Schnellstartleiste oder der Desktop sind erfahrungsgemäß recht beliebte Orte um Programme zu starten. Das Problem ist, dass der Desktop nicht immer sichtbar ist und die Schnellstartleiste kann schnell wertvollen Platz für die offenen Fenster wegnehmen (der Tipp hier ist also eigentlich entsprechend wohl nur interessant für Leute, die mehr als zwei Programme am Tag starten).

Die Alternative, die ich seit ca. 6 Jahren zum Starten von Programmen nutze (und die damit nun drei Windowsgenerationen überdauert hat), nennt sich Hidden Menu. Vielleicht ist einigen bekannten, dass man die Taskleiste ausblenden kann, sofern sie keinen Mausfokus hat (sie wird, also eingeblendet, wenn man die Maus – in der Regel – nach unten bewegt). Ganz neu ist die Idee von Hidden Menu also nicht, aber es treibt das Prinzip der “regionssensitiven Anzeige” auf die Spitze.

Es erlaubt für jede Ecke und für jeden Rand des Bildschirms, insgesamt also acht, Menüs zu erstellen, die beim gegendippen mit dem Mauszeiger angezeigt werden. Ich empfehle den linken Rand und die linkere obere Ecke für solche Menüs, da man dort in der Regel nicht anderweitig produktiv mit der Maus tätig wird. Sind die Menüs für die gewünschten Ecken/Ränder definiert, so muss man nur Verknüpfungen bzw. Anwendungen darauf ziehen, um einen Eintrag zu erstellen mit dem es gestartet werden kann. Sprich mit einer Mausbewegung in die entsprechende Ecke und einem Klick, kann man sein Programm starten. Sehr ähnlich also der Schnellstartleiste, nur dass nicht permanent Platz auf dem Bildschirm geklaut wird bzw. erst ein Chevron (») geklickt werden muss.

Das Programm ist ziemlich alt und die Seite des Autors dazu ist mittlerweile ins Nirwana gewandert. Über archive.org lässt sie sich aber nochmal hervorkramen: Archivierte Seite zu Hidden Menu. Dort gibt es auch eine kleine Animation zur Funktionsweise. Aus einer Laune heraus, hab ich auch mal ein Tutorial-Video gebastelt. Ist allerdings etwas ausschweifend geraten mit 10 Min., das Mikro war zu nah und zudem ähe ich da etwas viel – beim ersten Anlauf hat mit der hereinstürmende Postbote einfach aus dem Konzept gebracht (ja, bei mir kann der Postbote direkt ins Zimmer laufen ;-)). Meine Camtasia-Youtube-Version ist also nur für den, der wirklich interessiert ist. Oder hier, wenn das einbinden klappt:

In dem Video sag ich auch, dass ich kaum Programme kenne, die das Prinzip aufgegriffen haben. Das stimmt nur halb. Das Programm PStart bietet ebenfalls eine Option für solche sensitiven Region und arbeitet zudem auch mit relativen Pfaden, wodurch es insbesondere für USB-Sticks geeignet ist (wofür es auch entwickelt wurde). Dort stört mich allerdings, dass ich immer noch am Rand klicken muss und zudem kann ich nicht ganz so bequem Programme hinzufügen. Dort wird es übrigens als “Sensors” bezeichnet – das wirklich universell gültige Schlagwort fehlt mir bis heute für das Prinzip. Regionssensitiv (region sensitive), sensitive corner, hot corners, fly in menu…? Wenn man nach “Application Launcher” in Variatione mit diesen Begriffen sucht, wird man allerdings nicht viel finden.

Vor Urzeiten hatte ich auch ein weiteres, dieses Prinzip verwendendes, Programm gefunden, allerdings habe ich keine Ahnung mehr wie es hieß (oder mit welchen Suchtermini ich es gefunden habe). Ansonsten gibt es noch Hot Corners, dass allerdings überhaupt nicht mein Fall ist.

Ich find Hidden Menu ein geniales Tool. Und wenn Leute mich fragen, was da auf all meinen Rechnern immer aufpoppt, dann schicke ich sie zukünftig hierher. Ansonsten bin ich mal auf die Windows 7-Experience gespannt – wird aber wohl das gewohnte mit kleinen Modifikationen ;-)

Noch ein kleiner Tipp für die Desktop-Ablage-Freaks: Rechtsklick auf die Taskleist > Symbolleisten > Desktop – dann muss man nicht alle Fenster klein machen (oder wenn man das bevorzugt, dann gehts am schnellsten mit der Windows-Taste + M.


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