Aug 222008
 

OpenStreetMap

Mittlerweile haben sich auf meinem Rekorder wieder ein paar Nano-Ausgaben angesammelt und somit ist der Beitrag Tausende Freiwillige erfassen die Welt mit GPS-Geräten (Video) schon wieder drei Tage alt. Der Titel deutet schon darauf hin, dass es sich hier um ein Projekt handelt, welches Kartenmaterial völlig frei verfügbar macht – also nicht “nur” über eine API (Porgrammschnittstelle) und mit ggf. urheberrechtlichen Haken und Ösen wie z.B. GoogleMap. Genauer ist das OpenStreetMap-Material (oder: www.openstreetmap.org) unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Lizenz freigegeben.

Mich faszinieren solche großen, ambitionierten Projekte ja immer wieder. Problematisch ist zwar, dass man selber bewerten muss, ob für den eigenen Einsatzzweck (zu viele) weiße Flecken vorhanden sind, aber zmdst. die Großstädte in Deutschland scheinen ziemlich gut erfasst zu sein. Auf informationfreeway.org kann man recht schön die weltweite Aktivität des Projektes begutachten. Zumindest wenn ich in einer deutschen Großstadt einen Umgebungsplan meiner Einrichtung bräuchte, dann würde ich mir um die Qualität wenig Sorgen machen (zumal ich die in der Umgebung der Einrichtung sicher gut einschätzen kann) und die Exportfunktion für eine frei skalierbare Vektorgrafik nutzen. Im Wiki gibt es einen Abschnitt Screencast, wo auch ein Einführungsvideo bereitgestellt wird (allerdings sollte man Ogg Videos abspielen können, wenn man die knapp 100 MB schon runterlädt; die Stimme des Kommentators ist auch nicht allzu “kräftig”). Dort wird neben den bereits genannten Websites auch noch openrouteservice.org genannt – auch nicht uninteressant.

Auf jeden Fall ein Projekt, dessen Stand man bei Bedarf als Alternative checken sollte.

OpenGeoDB

Eine anderes interessantes Projekt ist OpenGeoDB:

Im Mittelpunkt des Projektes OpenGeoDB steht der Aufbau einer möglichst vollständigen Datenbank mit Geokoordinaten zu allen Orten und Postleitzahlen im europäischen Raum (A, B, CH, DE und FL am 1. Dezember 2005). Dies soll vor allem durch die Beteiligung von möglichst vielen Personen geschehen, die diese zentrale Datenbank pflegen.

Darauf gestoßen bin ich, da ich nach einer Möglichkeit gesucht habe Postleitzahlen Stadtteilen in Hamburg zuzuordnen (was nicht so banal ist wie ich dachte, da Postleitzahlen auch schon mal über Stadtteilgrenzen ausgedehnt sind bzw. Stdadteile mehrere Postleitzahlen haben). Das lässt sich damit schon bewerkstelligen, allerdings wirkt das Projekt recht tot, wenn man sich die Veröffentlichungsdaten der Pakete im Downloadbereich betrachtet, aber wenigstens im Forum herrscht noch Aktivität. Andererseits scheinen die Daten auch bei OpenStreetMap eingeflossen zu sein – legt zumindest eine oberflächliche Google-Suche nach +openstreetmap +opengeodb nahe.

Im Grunde sollten die Daten für meinen Zweck reichen – PLZ/Stadteil-Validitätsprüfung für Hamburg in einem Formular. Allerdings wundert mich immer noch, dass man nicht ohne weiteres an ein frei verwendbares Postleitzahlenverzeichnis kommt (vorzugsweise auch gleich als (MySQL)-Datenbank). Die Post bietet zwar eine Postleitzahleninfo-CD an, aber die wird vermutlich wenig hilfreich für die Einbindung in eigene Projekte sein – ganz abgesehen von urheberrechtlichen Problemen.

Nun, sich noch mal eine Rechercheaufgabe, wenn die Anforderung konkret wird – oder vielleicht schaut ein gut informierter Bibliothekar hier vorbei und hat einen Tipp ;-) . Und vielleicht finden Bibliothekausflüge bald mit GPS zu abgelegenen Orten statt und tragen zu OpenStreetMap bei.

Ein spannendes Thema jedenfalls. Interessant übrigens auch was Wikipedia als Kartenquellen empfiehlt: Wikipedia:Karten. Der erste Tipp für Kartenquellen weltweit ist übrigens maps-for-free.com in Kombination mit OpenStreetMap.


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Aug 182008
 

Gerade flatterte über den Telepolis-Newsfeed die Meldung Urheberrecht und Europäische Integration rein, die im wesentlichen den Artikel Jahrhundertprojekt: EU plant digitale Riesenbibliothek – “Europeana” soll noch diesen Herbst starten zusammenfasst.

Etwas eigenartig in dem Artikel:

[…] heißt es von der EU-Kommission. […] In den Bibliotheken Europas würden mehr als 2,5 Mio. Bücher lagern […]
Allerdings dürften sich allein schon die Gesamtkosten für die Digitalisierung von fünf Mio. Büchern in den Bibliotheken Europas laut Schätzungen der EU […]

Na was denn nun – 2,5 oder 5 Millionen Bücher? Vielleicht durcheinander gekommen mit Büchern und Objekten, denn laut dem About auf Europeana.eu sollen bis 2010 6 Millionen Objekte, d.h. Bücher, Videos, Bilder und Audiomaterial, abrufbar sein.

Nun, jedenfalls eine Menge Bücher für die durch die EU geförderte 120 Millionen Euro zur Digitalisierung bereitstehen, geschätzt schließlich aber 225 Mio. benötigt würden, wenn man andere Objekte noch außen vor lässt und insbesondere bei diesen könnte sich das Urheberrecht als entscheidendes Hemmnis kultureller europäischer Integration erweisen.

Wie dem Artikel zu entnehmen, ist Europeana unter www.europeana.eu zu erreichen. Interessant fand ich dort die Demo-Version, die ich mir allerdings noch mal in Ruhe angucken muss (Tipp: immer da klicken wo die rote Hand hinzeigt). Jedenfalls ist es keine grau-in-grau Seite von trauriger Gestalt.


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Aug 102008
 

Die Meldung von Heise Amazons E-Book-Leser kommt nach Deutschland scheint noch eher den Status eines Gerüchtes zu haben, aber man wird dann wohl bald feststellen können was dran ist. Auf den Preis bin ich ja mal gespannt.


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Aug 012008
 

Ich bin gerade über den Netbib-Beitrag Kindle Reader gestolpert, der auf den Abendblatt-Artikel Eckig, praktisch gut? hinweist. Ich muss sagen, dass mich der Reader persönlich durchaus anspricht, insbesondere weil die Literaturversorgung unabhängig vom PC ist und auch im Wartezimmer der Arztpraxis funktioniert. Wenn ich es nun (endlich) richtig verstanden habe, dann funktioniert die Übetragung über Whispernet mittels des EVDO-Standard nicht per “klassischem” Wlan, sondern funktioniert über (Handy?)-Funkmasten. Ganz sicher bin ich mir aber immer noch nicht. Der Amazon Kindle Review auf Concentraed Technology gibt Don Jones einen m.E. recht guten Erfahrungsbericht ab. Dort heist es u.a. auch:

The wireless feature, though, is what really sells the Kindle. It uses Sprint’s EVDO network, so coverage is pretty much national. You don’t pay for the cell usage – it’s built into the price of the books you buy. When you buy a book on Amazon, it simply sends it to your Kindle – it takes about a minute once the Kindle’s wireless feature is turned on, using a slide switch on the back of the unit.

Nachdem es im Netbibbeitrag heißt “Wenn man mit dem Ding drahtlos Bücher aus der Bibliothek ausleihen kann, können wir mal wieder darüber reden”, finde ich den ergänzenden Kommentar vom Jones unter dem Beitrag noch recht interessant:

And I hope Amazon will someday think of a way for libraries to participate. It’s not even technically difficult – they just need to work out the business model and user experience.

Soweit ich das nun verstanden habe, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es technisch ein großes Problem wäre, aber verlass mich dann doch auf die Aussage aus einem Kommentar ;-). Das grundsätzliche Verbreitungsprinzip scheint mir aber sehr benutzerfreundlich.

Nachdem ich eben noch den Artikel The future of reading (Newsweek, 26.11.2007 von Steven Levy) gelesen habe, bin ich insbesondere über diese zwei Absätze auf Seite 6 (gedanklich) gestolpert:

Google has already scanned a million books from its partner libraries like the University of Michigan and the New York Public Library, and they are available in its database. (Last week my wife searched for information about the first English edition of the journals of Pehr Kalm, a Swedish naturalist traveling in Colonial America. In less than two seconds, Google delivered the full text of the book, as published in 1771.)

Paul LeClerc, CEO of the New York Public Library, says that he’s involved in something called the Electronic Enlightenment, a scholarly project (born at the University of Oxford) to compile all the writings of and information about virtually every major figure of the Enlightenment. It includes all the annotated writings, correspondence and commentary about 3,800 18th-century writers like Jefferson, Voltaire and Rousseau, completely cross-linked and searchable—as if a small room in a library were compressed to a single living document. “How could you do that before?” he asks.

Ich denke man sollte wirklich nicht vergessen, dass Bibliotheken ja schon eine enorme Menge – wohl nicht ganz unwesentlich über Google-Kooperationen – an digitalisierten Texten besitzen. Zumindest mittelfristig wäre es doch schade, wenn diese nur auf dem Monitor zu Verfügung stehen würden, statt zumindest das Potential von eReadern in Betracht zu ziehen, das zugleich auch noch ein weiteres Argument für den gigantischen Digitalisierungsaufwand wäre. So ganz abwegig oder sinnfrei scheint mir eine Nutzung solcher Technologien durch Bibliotheken nicht zu sein. Wahrscheinlich müssten aber schon Bibliotheken die Initiative ergreifen, denn das Amazon – oder Alternativen – den ersten Schritt machen, scheint mir doch unwahrscheinlich.

Ich bin jedenfalls gespannt wann und ob (zumindest in Version 1; Version 2 soll schon auf dem Weg sein) auch auf dieser Seite des Teiches zu erhalten sein wird. Den Kritiken und Beschreibungen nach hat diese erste Generation aber ja schon einige E-Book-Hürden genommen. Einmal in der Woche – und sein es realistisch 3 Tage – 2h aufladen, ePaper-Technologie und einfacher Bezug von Inhalten sind schon gute Argumente. Sicher gibt es da noch den ein oder anderen Haken (z.B. proprietäre Formate bzw. Kompatibilität), aber es fällt mir schwer zu glauben, dass eBooks – und entsprechende Reader – ein Nischenprodukt bleiben oder gar scheitern werden. Na, die Zukunft wird’s zeigen.

Für einen Eindruck find ich auch das Kindle-Angebot bei Amazon.com ganz interessant (wow, noch nie eine Nutzbewertung gesehen, die von fast 70.00 anderen Nutzern bewertet wurde – der erste Kommentar von Steve Gibson). 359,- $ entsprechen übrigens etwa 230,- € – das ist schon noch recht teuer, aber der Preis scheint doch noch relativ stetig abwärts zu gehen (beim letzten Check waren es noch 400 $). Wer weiß – vielleicht subventioniert sich das Gerät letztlich ohenhin eher durch die eigentliche “Anwendungen” (Bücher und (!) Hörbücher), so wie bei Handys und Co.

Oh, netter Nebeneffekt von eBooks – kein Problem mit den Buchrücken :mrgreen:


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Jul 312008
 

Was ein reißerischer Titel. Der Artikel Technikärgernis Rückentext – Darum torkelt der Text auf DVD- und Buchrücken in Spiegel Online ist etwas gehaltvoller, aber auch irgendwie ganz amüsant. 50 Jahre um die richtige Richtung zu finden und dann auch noch ohne Ergebnis – schon eine Leistung. Da werden Bananen und Gurken ja schneller gerade (ok, letztere sollen ja jetzt wohl wieder krummer werden dürfen – wenn ich mich recht erinnere).

Ich denke Bücherregale sollten waagerecht zum Äquator ausgerichtet werden und die Buchrückentitel sollten von unten nach oben Verlaufen, so dass man bei linksgeneigten Haupt gegen die Erdrotation läuft und dadurch zusätzliche Zeit spart. Alternativ könnten auch Nackenmassagen in Bibliotheken und Buchläden angeboten werden.

Naja, schlecht wäre eine Richtung tatsächlich nicht, weil Regalbrowsing tatsächlich ziemlich nervig sein kann. Aber wenn es Jobs erhält, dann geht so die Welt ja auch nicht unter. :mrgreen:


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Sonstiges: Original hatte Umfrage.