Feb 272009
 

Ich bin gerade auf die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dort auf das Dossier Urheberrecht gestoßen. Dort ist alles (vieles) sehr schön verständlich erklärt was in Sachen Urheberrecht wichtig ist, wobei mir insbesondere das Urheberrecht in Bildern gefallen hat. So spannend ist eine einzelne “informative” Internetseite eigentlich nicht, aber immerhin hat man hier ein redaktionelles Angebot, dass wahrscheinlich auch in Zukunft recht aktuell gehalten werden wird und das allgemein gut verständlich sein sollte.

Interessant ist übrigens auch die dort besprochene dänische Filmdokumentation Good Copy, Bad Copy (Internetseite der Dokumenation, wo man sich den Film im Browser ansehen oder auch runterladen kann). Bei dem Artikel erfährt man auch (was man aber auch sonst sieht):

Als öffentlicher Bildungsanbieter hat sich die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb 2007 entschlossen, Angebote, wo möglich, sukzessive unter Creative-Commons-Lizenzen zu veröffentlichen: Einmal von öffentlichen Mitteln bezahlte Inhalte sollen der Öffentlichkeit auch so weit als möglich zu Verfügung stehen. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sollen die Materialien der bpb speichern, kopieren, verbreiten und vorführen können.

Dort gelandet bin ich übrigens, weil mir bei dem bibliothekarisch.de-Beitrag E-Books in Würzburg führen zum Streit dieser Kommentar bei Amazon zu meinem neuem Scanner einfiel, der schon vor dem Kauf sich eine kleine Frage bei mir im Hinterkopf bilden ließ. Kurz zusammengefasst: der Scanner ist sehr klein und brauch nur einen USB-Anschluss zur Stromversorgung und der Kommentator nutzt ihn “[...] sowohl zu Hause, als auch mobil (in der Bibliothek) [...]“. Da stellt sich doch die Frage, wer jetzt eigentlich für Kopien zahlt – der Scannerkäufer über die Abgabe an die Verwertungsgesellschaft beim Kauf oder die Bibliothek über die Bibliothekstantiemen.

So langsam habe ich meine Antwort: Wenn der Scanner oder der bibliothekseigene Kopierer genutzt wird, dann wird über die Geräteabgabe gezahlt. Leiht der Benutzer ein Buch aus, dann werden die Tantiemen fällig. Leiht er es aus und scannt/kopiert es zu Hause, dann war das Werk wirklich wertvoll, weil er doppelt bezahlt (Tantiemen und Gerätepauschale). Irgendwie habe ich die Ahnung, die Antwort könnte falsch oder nicht ganz vollständig sein.

Am Fall Würzburg finde ich noch den Aspekt interessant, dass die Studenten, die nicht das Glück haben ein Buch aus Fleisch… Papier und Lettern in die Hand zu bekommen im Hintertreffen sind, da sie nicht mal mehr einen Teil aus den E-Varianten kopieren/drucken können, deren rechtmäßigkeit zwar (vom Börsenverein) umstritten ist, die aber anscheinend derzeit noch nutzbar sind. Zumindest, wenn ich die Aussage aus dem zitierten golem-Artikel richtig verstehe:

Seitdem [Abmahnung des Börsenvereins; Anm. d. Verf.] lassen sich die Bücher nicht mehr ausdrucken oder kopieren. Die Studenten müssen also Textpassagen, die sie in eigenen Arbeiten verwenden wollen, wieder vom Bildschirm abschreiben oder abtippen.

(Das “wieder” ist etwas verwirrend). Das Buch konnte man noch auf den Kopierer legen, hier muss man tatsächlich von Hand abschreiben. Immerhin ist dies wohl nach § 54 Abs. 2 UrhG nicht vergütungspflichtig. Na, wenn das nicht mal zur Bildungselite mit Handarthrosen führt ;-) . Viel Nutzloseres als ein E-book, das nur zu bestimmten Zeiten an einem bestimmten Ort gelesen – und eigentlich nur das – werden kann, kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Trotzdem kann ich den Börsenverein bis zu dem Punkt verstehen, wo er ein Problem darin sieht, dass ein Werk “plötzlich” völlig frei von jeglichen Beschränkungen verfügbar gemacht wird. Bis zu dem Punkt aber auch nur. Man könnte aber auch da versuchen mal konstruktiv an die Sache heranzugehen.

Ein Konzept, das mir speziell für Bibliotheken sehr gut gefallen hat, wird von Wiley InterScience angeboten. Genaueres kann man auf der Wiley Seite unter Services for librarians und dort unter Access options finden. Ich habe mir die aktuellen Konditionen und Möglichkeiten jetzt nicht noch mal genau angeschaut, aber damals bei meinen Praktikum in der TUB Hamburg-Harburg hab ich es mal ausprobiert und eine kurze Beschreibung der Funktionsweise findet sich bei der TUB. Der Clou ist, dass man sich nur einmal innerhalb der Bibliothek bei Wiley anmelden muss und dann eine sehr lange Leihfrist für alle lizensierten Titel freischalten kann (ich glaube drei Monate), die man dann nach Ablauf in der Bibliothek wieder erneuern kann. Auf die Titel hat man dann eben über die Wiley-Seite von zu Hause Zugriff. Das der gleichzeitige Zugriff auf einen Titel (oder generell) nicht beschränkt ist, ist das Sahnehäubchen. Auf jeden Fall aus Nutzersicht, aber irgendwie muss das Modell ja auch für Wiley rentabel sein. Wie es mit den Druckmöglichkeiten war, weiß ich leider nicht mehr, aber ich glaube es war limitiert, dabei aber großzügig bemessen (auch der fettgedruckte Hinweis bei der TUB lässt dies erahnen).

Vielleicht wäre ein ähnliches Modell ja auch ein Ansatz für eine sinnvolle(re) Umsetzung bzw. Ausarbeitung des § 52b des Urheberrechtsgesetzes, auf den der golem-Artikel eingeht. Zumindest ist es vom Grundprinzip her der “anlogeste” Ansatz zur Leihe (auch wenn es bei Wiley noch Sahne dazu gibt) von E-Books (… der mir bekannt ist). Solche leihen wären zudem gut mit dem Ansatz der Tantiemen vereinbar, weil zählbar. Ganz ohne die und DRM geht es “gerechtigkeitshalber” sicher nicht, aber man könnte eben konstruktiver sein als mit einer Abmahnung, insofern es ja auch um ein wichtiges Gut geht: Bildung für die Wissens- und Textproduzenten von Morgen. Um viel andere Interessen kann es bei Studenten und Bibliotheken auch kaum gehen – viel (mehr) Geld dürfte mit beiden nicht zu verdienen sein, dafür aber später mit dem Wissen der Absolventen.

Nun, eigentlich alles nicht so neu, nicht so differenziert und eigentlich wollte ich ja auch nur auf die schöne Seite des bpb Hinweisen ;-)


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Feb 262009
 

In dem Buch Geheime Botschaften erwähnt Simon Singh das 200-Seiten Werk La Disparition (Anton Voyls Fortgang) von Georges Perecs, welches vollkommen ohne die Verwendung des Buchstabens E (der statistisch häufigste Buchstabe u.a. im Deutschen, Englischen und eben Französischen) auskommt. Interessantes dazu u.a. beim Lehrerzimmer-Blog, bei Zeit Online und bei Wikipedia.


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Feb 222009
 

Serendipity-Erfahrung: Als ich eben nach dem Film “Wahrheit! Alles Lüge! – Wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert” googlete, bin ich auf diese Seite gestoßen. Das sah ganz spannend aus und ich war auch noch nie auf einer Liechtensteiner Seite, also mal auf der Startseite (beat.doebe.li/bibliothek/) geguckt, wie die Frage beantwortet wird “Was ist Beats Biblionetz?”. Beats Biblionetz ist

  • eine Literaturliste mit Informationen zu ca. 3000 Büchern und über 7000 Texten (meist Kapiteln von Büchern) zu 15 Themen.
  • ein Begriffslexikon mit ca. 2000 Begriffen und über 1800 Definitionen. Jeder Begriff ist mit den Büchern und Texten verlinkt, in denen er vorkommt.
  • ein Personenlexikon mit Informationen von ca. 5000 Personen. Neben biographischen Angaben sind alle im Biblionetz vorhandenen Bücher und Texte der jeweiligen Person verlinkt. Es ist ersichtlich, in welchen Büchern und Texten die jeweilige Person erwähnt wird. Zusätzlich findet man eine Liste aller im Biblionetz aufgenommenen Definitionen und Bemerkungen der jeweiligen Person.
  • ein Fragenkatalog mit über 130 Fragen. Zu jeder Frage existiert eine Liste von Büchern und Texten, in denen diese Frage besprochen wird. Oft sind auch Bemerkungen einzelner Personen zur entsprechenden Frage zu finden.
  • eine Sammlung von Aussagen, Thesen und Empfehlungen mit ca. 700 Aussagen, Thesen und Empfehlungen. Zu jeder Aussage existiert eine Liste von Büchern und Texten, in denen diese Aussage besprochen wird. Oft sind auch Bemerkungen einzelner Personen zur entsprechenden Aussage zu finden.
  • eine Zitatsammlung mit über 10′000 Originalextausschnitten der ca. 5000 Personen zu Personen, Büchern, Texten, Begriffen, Fragen und Aussagen.
  • eine Linksammlung mit ca. 5000 regelmässig geprüfte Links auf andere Websites. Besucher von Beats Biblionetz können weitere Links hinzufügen.

Ebenfalls spannend, dass es eine 13 Jahre lang gewachsenes Projekt ist, das “alle oben genannten Sammlungen zu einem Hypernetzwerk mit ca. 80′000 internen Links [verknüpft ].”

Wie gesagt “Serendipity” – ob es was ist oder einen interessiert… :-)


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Feb 222009
 

Vor kurzem habe ich das Buch Wer bin ich – und wenn ja wie viele? von Richard D. Precht gelesen. Ein, wie ich finde, sehr gutes Buch, weil es in philosophische Fragen einführt, die nicht zu sehr der “gefühlten” Wirklichkeit enthoben wirken. Dabei (deswegen) wählt er einen interdiziplinären Ansatz, d.h. nicht die “klassische Einführung” von Aristoteles bis [Erscheinungjahr des Buches einsetzen], sondern Ergebnisse aus u.a. Biologie, Psychologie, Medizin (insbesondere Gehirnforschung) und Soziologie miteinander verknüpft, so dass auch ein (zeitgenössischer) Laie gut folgen kann. Das interessante ist, wie so ein umfassender(er) Ansatz aussehen kann, nicht unbedingt, ob man dem Autor in allen Dingen zustimmt oder ihm sogar definitive Fehler nachweisen kann. Gänzlich davon abraten würde ich, dass man das Buch als Ratgeber liest – diese Einordnung hab ich bei der Amazonproduktbeschreibung erst hinterher entdeckt.

Was soll das nun – Buchempfehlungen in Blogs interessieren doch wirklich niemanden. Nun, gestern habe ich den Film Wahrheit! Alles Lüge! – Wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert (Arte) gesehen, der sehr interessant in Hinsicht auf die aktuelle Gehirnforschung ist, worauf wiederum auch das genannte Buch eben sehr viel Bezug nimmt (aber nicht da allein stehen bleibt). Der Film ist bei Arte selbst leider nicht mehr im Netz abrufbar, aber YouTube ist ja nicht so “kleinlich”, wenn es um Urheberrechte geht. Vielleicht haben sie (bzw. der einstellende Nutzer) ja auch Verwertungsrecht dafür: Wahrheit! Ales Lüge! Playlist.

Und dann hatte ich mal einen Beitrag Spiele (Konsolen und PC) in Bibliotheken hier im Blog.

Ok, jetzt hat eine Personensuchmaschine vielleicht schon echt eine gute Basis, wenn es darum geht zu erfahren, was mich (auch) interessiert. Aber hat es irgendwas mit Bibliotheken zu tun? Tja, so langsam entwickelt sich eine symbiotische Beziehung ( ;-) ) mit bibliothekarisches.de, denn das ganze Vorangegangene ist mir beim Lesen des Beitrags Opfer ihres Medienkonsums eingefallen. In dem genannten Film gibt es nämlich eine Stelle, die ganz konkret auf die Auswirkung von Spielen auf Kinder eingeht bzw. deren “Wahrnehmungsvoraussetzungen” im Gegensatz zum Erwachsenen – Video 3 bei Minute 5:35 – 8:50. Kernaussage ist “Die Kinder sind quasi diesen virtuellen Welten – könnte man sagen – aus Entwicklungsbedingungen und anatomischen Bedingungen ungeschützt ausgesetzt. (Im Film sieht man Kinder auf der WII-Konsole bowlen – von wegen “virtuellen Welten”). Die anatomischen Bedingungen – im Gehirn – waren für mich da bei ein neues oder zumindest nicht mehr so abstraktes Argument neben bekannten wie der “sozialen Herkunft” und der “Vorbildfunktion”, woraus dann aber vielleicht auch folgt, dass die Eltern demnach “zwangsweise” anders mit den Medien umgehen, weil sie gar nicht mehr wie ein Kind “funktionieren”. Es fügt auch der Debatte um Gewaltspiele (oder sogar der Begründung eines Jugendstrafrechts) eine “greifbare” Dimension hinzu, zmdst. wenn man wissenschaftlichen Ergebnissen prinzipiell traut (und die die das besonders tun, halten Psychologie meist nicht für eine “echte” Wissenschaft ;-) ).

Dieses Ergebnis ist sicher nicht die ganze Wahrheit, aber ganz ignorieren kann man sie bei der Frage nach dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen allgemein oder Spielen in Bibliotheken speziell nun eigentlich auch nicht mehr. Oder?


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Feb 192009
 

Einen Artikel mit diesem Titel kann man wohl nicht einfach ignorieren. Zeit-Online: Ein Bibliothekar namens Google.

Google scannt weltweit Bücher und verärgert damit Verlage und Autoren. In den USA haben sich die Parteien geeinigt. In Deutschland fühlen sich die Publizisten übergangen

Sehr interessant wie – möglicherweise – von einem Unternehmen Tatsachen geschaffen werden, die die nationalen Rechtsauffassungen bezüglich des geistigen Eigentums (bei uns Urheberrecht) weltweit ziemlich links liegen lassen, dabei aber auf sie zurückwirken könnten. In gewisser Weise ist es dann egal, ob man eine solche (die) Lösung als “pragmatisch” oder “ungerecht” empfindet – spätestens wenn sie steht, dann muss man mit ihr umgehen und wohl kaum indem man nur über “Kleinigkeiten” diskutiert, wie die Rechtmäßigkeit von Kopien für das Klassenzimmer oder den Versand von digitalen Kopien per E-Mail durch Bibliotheken. Zumindest könnten einem Gedanken in diese Richtung kommen oder? ;-)


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Sonstiges: Nanu, hab ich an meinem Geburtstag was geschrieben?

Feb 162009
 

Manchmal holt einem die Wirklichkeit schneller ein als man denkt – oder hat einen schon überholt, während man schreibt. Da rede ich im Beitrag E-Book Reader ganz subjektiv noch vom Kindle, dabei ist der de facto nicht mehr (neu) erhältlich und der nun aktuelle Kindle 2 geht dabei “zufälligerweise” auch noch auf die meisten meiner Wunschpunkte zmdst. im Ansatz ein. Außerdem gibt es noch interessante Gedanken von Dörte Böhner auf bibliothekarisches.de im Beitrag [Diskussion]: Buch oder E-Book, die mich zu weiteren Gedanken angeregt hat.

Kindle 2

Mich hat das Werbe(!)-video auf der Kindle 2-Produktseite (”Watch a Video Demonstration of Kindle 2″) durchaus beeindruckt, wenn auch weniger im Detail als vom Prinzip.

Vom Prinzip her gefällt mir, dass ich Zugriff auf 230.000 Titel plus (teils internationale) Zeitschriften haben soll. Im Detail frage ich mich, worauf sich diese Zahl bezieht – weltweit oder englische Titel? Guckt man auf www.mobipocket.com (gehört Amazon, wie eben auch das Format), dann gibt es dort durchaus deutsche Titel. Werbetechnisch ist es sicher nicht das Ungeschickteste, wenn eine große und beeindruckende Zahl angegeben wird, ohne aber zu sagen was sie umfasst. Die Aussage etwas weiter unten auf der Prodktseite ist da auch nur bedingt erhellend: “Our vision is to have every book ever printed, in every language, available on Kindle. The Kindle Store currently has more than 230,000 titles and we are adding more every day.“. Ich würde bei der Zahl demnach das “sprachunabhängige” (weltweite) Gesamtangebot an Literatur im “Amazon-Format” annehmen. Das klingt immer noch viel. Andererseits nennt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unter Witschaftszahlen eine Zahl von 96.000 Neuerscheinungen für 2007. Anzunehmender Weise auf dem deutschen Markt, weniger zwingend aber schon in deutscher Sprache. Die Relation ist jedenfalls beeindruckend, obwohl man vielleicht auch nicht all zu viele Schlüsse daraus ziehen kann. Ein Bestseller-Listenleser wird vermutlich keine Probleme haben.

Aber der Kindle 2 – entgegen seinem Vorgängermodell – soll ja auch mit PDF, Worddokumenten & Co umgehen können. Und hier vergrößert sich das Angebot dann ja schon gegenüber dem Mobipocket-Format. In der Verfügbarkeit von Literatur in diesem Format begründet sich ja auch mein Wunsch nach einer Unterstützung durch die Geräte (auch wenn PDF schwerlich das sinnvolles endgültige Ziel sein sollte). Ach schöne Werbewelt. Ja, auch in dem Produkvideo wird diese Unterstützugn angesprochen. Aber man sieht den sympathischen jungen Mann nur beim Mobipocket-Lesen. Scrollt man herunter auf der Produktseite, dann findet man unter “Experimental Features” den Punkt “PDF Document Conversion” mit dem Hinweis “Due to PDF’s fixed layout format, some complex PDF files may not format correctly on your Kindle.“. Bei some und experimentell sollte man sich wohl nicht zu viel Gedanken machen, dass es hier zu häufigeren Problemen kommen könnte. Und funktioniert die Konvertierung auf dem Gerät selbst oder brauch ich dazu doch wieder einen PC? Trotzdem sagt Amazon, dass an den experimentellen Features noch intensiv gearbeitet wird – so gesehen stimmt mich das ja optimistisch.

Toll ist aber das integrierte Oxford Dictionary und der Wikipedia-Zugriff. Oder doch nicht? Obwohl ich gerade ständig mit dem (dicken) Oxford English-English Dictionary schlafe (Zufall, aber kein Scherz), würde ich doch bei so einem Reader doch bevorzugen, wenn ich selber ein (besser mehrere) Nachschlagewerke meiner Wahl nutzen könnte. Das dies möglich wäre, wird jedenfalls nicht hervorgehoben (obwohl es genügend “Ponds” und “Duden” bei mobipocket.com gibt. Wikipedia nehm ich trotzdem sofort mit, will aber halt nicht darauf beschränkt werden. Im Grunde sind das aber Detailprobleme. Die Darstellung als solches – unter dem Text – gefällt mir aber recht gut und kommt nah an meine Vorstellung aus dem vorherigen E-Book-Beitrag.

Prinzipiell entsprechen die Möglichkeiten zu Notizen, Lesezeichen und zur freien Suche schon sehr genau meinen Vorstellungen. Andererseits fragen sich Bibliothekare bei sowas natürlich immer, wie denn Ergebnisse und Lesezeichen dargeboten und organisiert werden. (Und sollte ihn das überzeugen macht er sich vielleicht schon Sorgen um seine Existenzberechtigung :-D ). Als mißtrauischer Mensch könnte man annehmen, dass dies in einem Werbevideo hervorgehoben würde, wenn es absolut überzeugend wäre. So mißtrauisch bin ich allerdings gar nicht. Im Grunde ist es ja auch kein readerspezifisches Problem, sondern eines der Suchmaschinenforschung bzw. der Wissensorganisation generell (und eines, das Printbücher gar nicht haben können).

Für Notizen und dergleichen braucht man sicher eine Eingabemöglichkeit. Die Tastatur lässt das Gerät vielleicht sehr kompliziert wirken, erscheint mir aber doch noch die praktischste Lösung. Allerdings fällt mir auch nicht mehr als eine Touchscreenalternative ein. Andererseits kann man sich natürlich noch Spracheingabe vorstellen. Das sollte man gar nicht unbedingt als unrealistisch abtun, denn wer schonmal die eingebaute Spracherkennung von Vista ausprobiert hat, der wird vielleicht überrascht gewesen sein, wie schnell – 5-10 Minuten Training – die Erkennung schon einigermaßen gut ist (oder vielleicht doch enttäuscht) – sicher nicht optimal, aber eben auch kein Science-Fiction mehr. Derzeit würde es vielleicht noch nerven, wenn die Leute in ihren Kindle “Dumbledore” schreien um mal schnell einen Überblick über sein “Leben” zu erhalten – andererseits tröten sie derzeit in ihr Handy “Ja, Schatz, ich sitz in der Bahn und hab noch zwei Stationen vor mir. Mach doch schon mal das Essen warm.”) ;-)

Langsam nicht mehr ganz so kindleige Gedanken

Obwohl der Punkt vernachlässigbar erscheint, finde ich ihn, ebenso wie die bereits vorhandene Text-to-Speech-Ausgabe im Kindle 2 und die Möglichkeit die Textgröße anzupassen (beides nicht wirklich neu), doch auch unter einem anderen Gesichtspunkt spannend. Schließlich gibt es Menschen, die auf solche Möglichkeiten angewiesen sind. Dabei fällt mir (wieder einmal) mein altes Referat zu Digital Talking Books (DAISY) ein. Bei der Forderung nach einem einheitlichen Format (mit DRM bzw. rechtlicher “Sicherheit”) sind Frau Böhner von bibliothekarisches.de wahrscheinlich mit der Mehrheit zunächst einer Meinung. Vielleicht würden Bibliothekare sogar dazu neigen DAISY als einen solchen Standard zu empfehlen (insofern sie ja nicht unwesentlich daran mitgewirkt und darüber nachgedacht haben). Natürlich geht es hier um eine (mehrere) Minderheit(en) und nicht um den Mainstreamleser, die aber vielleicht in einer “bibliothekarischen Ethik” eine besondere Rolle spielen sollten…? :-)

Der Mainstreamleser… Ich glaube vor allem hier gehen die Ansichten von Frau Böhner und mir auseinander, obwohl ich sagen muss, dass ich nicht immer scharf zwischen “derzeit” und “sehr bald” trenne. Zentral scheint mir dabei diese Aussage:

Warum oder besser wann sollte man sich dennoch für das Produkt E-Book entscheiden?
Die Anschaffung eines Readers kann sich für diejenigen lohnen, die eine hohe technische Affinität besitzen und viel unterwegs sind. Auch im wissenschaftlichen Bereich kann es mit entsprechenden Funktionalitäten (z.B. Unterstreichung, Annotation, Lesezeichen, Verlinkung von Querverweisen) ein Ersatz für die Zettelwirtschaft sein, kann aber nicht das paralle Lesen in verschiedenen Artikeln oder Büchern (es sei denn man hat mehrere Lesegeräte :wink: ) ersetzen.

Wiederum entscheiden darin scheint mir zunächst der Begriff “lohnen”. Ich würde dabei den (angenommenen) funktionalen Mehrwert gegenüber einem Printprodukt annehmen, den man (natürlich) gegen die Kosten aufwiegt. Nur mal ein Gedankenspiel, das mir aber nicht völlig unrealistisch erscheint und ebenfalls ein wenig mit dem Handy-Vergleich spielt: Angenommen, dass die früheren und auch derzeitigen Reader-Modelle noch die Qualität der “Knochen” aus der Handy-Kinderzeit entsprechen, aber vielleicht der Kindle 4 in etwa vergleichbar mit derzeitigen (je nach Erwartung und Gebrauchsart beliebig komplizierten) Handys würde, was wäre dann? Ok, das Argument – oder das wo es hinführt, nämlich das der Fortschritt, wie auch immer im Zeitgeist wahrgenommen, sich häufig doch gegen alle Vorbehalte durchgesetzt hat – ist etwas abgegriffen. Der interessantere Punkt in dem Handyvergleich wäre aber, wie Handys (häufig) wirtschaftlich gerechnet werden. Mittlerweile kriegt man Handys quasi kostenlos, wenn man sich vertraglich bindet, frei nach dem Motto, dass der (unternehmerische) Gewinn nicht aus dem Verkauf des Gerätes, sondern aus dessen Nutzung zu erwarte ist. Bei der Behauptung geht es mehr ums Prinzip als ums Detail! Ist das nicht vielleicht jetzt schon bei Amazon (und auch bei Sony) auch schon so, nur dass die tatsächlichen Herstellungsskosten solcher Geräte noch keine derartige Subventionierung erlaubt, die einen extrem niedrigen Preis (oder gar das “Verschenken”) ermöglicht? Bei einem Handy interessiert mich doch im Zweifel gar nicht mehr, was es alles an komplizierten Zusatzfunktionen mitbringt – hauptsache ich kann einfach telefonieren und die Kosten des Gerätes (und die Folgekosten) sind dem (gefühlt) angemessen. Vielleicht nimm sogar die “gefühlte” Freiheit zu (dabei konnte ich mit meinem Telefon auch in der Wohnung rumwandern, meine Gespräche waren privater als in der Bahn, war nicht immer der Erwartung ausgesetzt ständig erreichbar zu sein und habe mich wahrscheinlich auch sehr viel weniger an ein Unternehmen gebunden).

Derzeit richtet sich Amazon möglicherweise an Technikaffine, die quasi den Preis gegen ihre Affinität aufrechnen und dann zu einem “lohnendem” Resultat kommen. Meines Erachtens richtet der Kindle 2 sich aber ziemlich ausdrücklich nicht vor allem an Wissenschaftler und Geschäftsleute, sondern an den “Mainstreamleser”, denn der Hinweis auf die New York Times Bestseller und deren günstiger Preis als E-Book, sowie die Darstellung von Privatpersonen (in dem 2. Werbevideo übrigens sogar ohne Fixierung auf Jugendliche, wie häufig bei Handys) scheinen mir doch sehr beabsichtigt. Die Kooperation von Sony mit Thalia scheint mir doch das selbe Ziel zu verfolgen – Thalia ist schließlich nicht unbedingt die Anlaufstelle von Wissenschaftlern und Geschäftsleuten (in dieser Funktion).

Wie aber würde sich die Bewertung von Lohnend verschieben, wenn man den Kindle x mit zehn frei wählbaren Bestsellern zu einem Preis von 100$ kriegen würde (also quasi geschenkt). Ja, das Ding hat vielleicht Zusatzfunktionen, die ich nicht brauche oder nicht will, aber wenn ich den Teil unter dem Display “abschneide”, dann kann ich es quasi wie ein normales Buch verwenden. Man kann es tragen, darin blättern (auch stöbern, wenn man den Blätterknopf hält) und dann lesen. Vielleicht gibt es auch noch so eine Art Tab wie im Browser bzw. der Taskleiste bei Windows, damit ich schnell zwischen mehreren Dokumenten hin- und herschalten kann und damit so paralell lesen kann, wie es einem Menschen überhaupt nur möglich ist (es sei denn, dass man Speedreading mit dem Linken und Rechten Auge getrennt beherrscht) ;-)

Und immer wieder kommt die Frage auf, wie nah kann die Leseerfahrung (ist das eigentlich viel mehr als ein “gutes Gefühl”?) auf einem Reader an ein herkömmliches Buch kommen. Dabei spielen dann natürlich weiterentwickelte Modelle und Softwareupdates eine Rolle. Das aber sollte doch auf der Basis von Usability-Abschätzungen geschehen, wobei man die Annaheme zugrunde legen kann, dass man maximal unwesentlich mehr (besser weniger) physische und psyische Voraussetzungen mitbringen müssen soll, als beim herkömmlichen Buch. Das geht mit der Annahme einher, dass das Printbuch einfach und benutzerfreundlich – quasi perfekt für seinen (vielfachen) Zweck – sei und eine Analogie deswegen wünschenswert sei. Wenn es denn wirklich einfach und benutzerfreundlich ist, denn – vermutlich – bietet das Printbuch nur wenig Möglichkeiten zum “Usability-Improvement” neben den bekannten Mitteln wie Inhaltsverzeichnis, Indizes, Seitenzahlen, Schrifttyp/-layout und Pi-mal-Daumen-Abschätzbarkeit, wo eine bereits gelesene Stelle etwa war. Ist das aber wirklich einfach oder intuitiv oder musste der Umgang denn nicht auch gelernt werden. Ist das wirklich so optimal, dass man eine nahezu hunderprozentige Analogie braucht bzw. dann sinnvoller Weise (für die Mehrheit) nichts Neues?

Langsam sieht sich jemand leicht überfordert (und blickt auf die Uhr)

An dieser Stelle sitz ich hier und habe das Gefühl, dass ich jetzt gleich die Frage nach dem Sinn des Lebens und was denn all der Fortschritt soll stellen könnte :mrgreen:

Im Grunde werden solche Detailfragen in der Handhabung aber auch immer unspannender (wo ich mir doch sicher bin, dass die Entwicklung weder aufgegeben wird, noch dass sie nicht in breiter Linie scheitern wird) – ich gebe zu, ich ziehe mich gerade aus der Affäre ;-) . Aus der Perspektive würden dann aber schnell andere – auch ab und an, wenn auch eher leiser gehörte – Argumente oder Fragen interessant, die teils aber auch für ein grundsätzliches Pro oder Contra relevant sind.

Zum Beispiel wie sähe eigentlich die Ökobilanz (interessanter Beitrag dazu auch bei Nano am Beispiel von Autos) von Readern, insbesondere gegenüber dem Buch aus. Fast 100.000 Neuerscheinungen pro Jahr in Deutschland, die sicher nicht vor allem in kleinen Auflagen erscheinen. Dann tuckern Schiffe damit über die Meere und der Amazon-Paketbote rauscht des öfteren auch mit seinem CO2-Mobil bei mir vorbei. Auf der anderen Seite steht ein Reader, der elektronisch funktioniert und selbst wenn er selber mit Solarenergie auskommt, dann brauchen all die Wirelessfeatures eine gigantische Infrastruktur. Ganz abgesehen davon, dass er Hergestellt werden muss und dabei evtl. eine unheimliche “Umweltsau” ist und die Rohstoffe vielleicht noch unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden.

Was wäre wenn E-Books tatsächlich Printbücher ablösen oder verteuern würden, die Lesegeräte aber teuer blieben? Der endgültige Digital Divide? Füllen Bibliotheken ihre Regale dann mit Readern statt mit (physischen) Büchern, wobei der prinzipielle Zugang zu Büchern über den Handel trotzdem eine verschärfte Ungleichheit bliebe? Oder müssten Leser schon ihr eigenes Lesegerät mitbringen, also auch erwerben?
Oder sind die Ökobilanz, der Preis und die Stabilität so toll (der Kindle 2 scheint übrigens ziemlich stabil zu sein, wenn man davon ausgeht, dass das Werbevideo nichts suggeriert, dass zu schnell widerlegt wäre – der junge Mann steckt das Gerät ja in die Jackentasche ;-) ), dass der Aufbau von Bibliotheken in z.B. Entwicklungsländern erheblich einfacher wird (der Weisheit letzter Schluss, selbst wenn das Printbuch “gewinnt”, ist der eDonkey Librarian wohl auch nicht).

Was wäre, wenn Amazon (oder jemand anderes) tatsächlich seine Marktdominanz behalten bzw. ausbauen würde? Das Buch Das Ende der Privatsphäre: Der Weg in die Überwachungsgesellschaft von unserem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar habe ich zwar noch nicht (gelesen), aber mich würde doch interessieren was er zu meinem Nummer Eins Buchlieferanten Amazon zu sagen hat. Sicher, dass ich viele Daten (bis zu einem hohen Grad bewusst und freiwillig) dort (hinter)-lasse, ist mir klar, aber interessant ist auch die Frage, ob die Daten z.B. auf amerikanischen Servern liegen. Wenn dies so ist, dann bestell ich mir wohl lieber vor einer eventuellen Einreise ein Buch über die Wiedergeborener Christen (positive Darstellung natürlich) statt z.B. Die gefühlte Moral: Warum wir Gut und Böse unterscheiden können. Das Implizierte ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs bei solchen Monopolen.

Ist vielleicht die wertvollste Eigenschaft des Buches, die wir am wenigsten gefährdet sehen wollen, die, dass es erfahrungsgemäß unsere Kultur (Wissen…) am sichersten lange speichern kann, weil wir sonst Angst vor der digitalen Amnesie (Spiegel Online) haben müssen? Ist das überhaupt ein Argument gegen E-Books prinzipiell, denn schließlich könnten Bücher ja weiterhin das “Backup-Medium” bleiben.

Und sicher gibt es noch mehr Fragen, die man mehr oder weniger zuversichtlich oder ängstlich beantworten kann (aber wohl kaum jeder Konsument umfassend).

Und …

noch eine vielleicht etwas unstatthafte Zitatevermengung von bibliothekarisches.de

Gibt es weitere Pro- oder Contra-Argumente für oder wider das E-Book? Sicherlich. Nach meiner gerade sehr spontanen “Bestandsaufnahme” überwiegen momentan deutlich die negativen Aspekte, die mich vom Kauf eines E-Book-Lesegerätes abhalten.

und

Wir werden uns sicherlich an immer weitere technische Neuerungen gewöhnen, werden gerne technische Veränderungen in Kauf nehmen, die einen Vorteil bedeuten [...]

Das ganze war bei mir nun auch sehr spontan und man sieht recht deutlich, dass ich mich wohl auch etwas verlaufen habe. Insgesamt muss ich sagen, dass es mir nun eher insgesamt schwer fällt ein (irgendwie) objektiv positives oder negatives Urteil für oder wider das eine oder andere zu fällen. Und dabei ist das zweite Zitat recht wichtig, denn ein objektiver – ein etwas von mir strapazierter Begriff – Vorteil ist ja häufig weniger wichtig als ein subjektiver (gefühlter) und dann kommt noch das “wir” dazu. Das Handy hat sich durchgesetzt, aber daran habe “ich” keinen Anteil. Ich erkenne zwar ein paar “objektiv” nützliche Eigenschaften an, aber mir ist es letzlich wichtiger, dass ich nicht dem Anspruch oder mindestens der Erwartung auf ständige Erreichbarkeit erliege (oder gibt es den nicht ;-) ). Andererseits ist mir der Bedarf natürlich noch nicht so heftig “diktiert” worden, aber wahrscheinlich werd ich auf lange Sicht auch so ein Ding haben – hoffentlich hat es dann wenigsten standardmäßig nützliche Funktionen wie GPS ;-)

Nun, ich glaube, dass es nicht so unwahrscheinlich ist, dass es mit den Readern auch so kommen wird (und wenn nicht, dann klage ich bei Google, Archive.org etc. die Löschung dieses Beitrags aus dem Archiv ein!). Allerdings könnt ich mir gut vorstellen, dass am Ende eher Preis, Bauchgefühl und der Trend in der “Nachbarschaft” ausschlaggebend sind und weniger andere “objektive” (naja, auch sein Bauchgefühl versucht man meist spätestens beim Griff zum Portmonnaie zu rationalisiseren) Gründe entscheiden werden.

So oder so muss ich schon allein aus Zeitgründen die Beschäftigung mit E-Book-Readern etwas Hinten anstellen, schon allein, weil sonst immer so etwas Ungares rauskommt. Trotzdem wären mir jetzt schon 15+ PDFs mit Such- und Kopierfunktion lieber als der analoge Stapel hier :mrgreen:


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Feb 132009
 

Am 11.03.2009 wird der Sony Reader (Model PSR 505) also bei Thalia angeboten und die Versorgung mit Büchern will Sony über die Kooperation mit dem deutschen Buchgroßhandel (genauer Libri) gewährleisten. So und mehr die Pressemitteilung von Sony.Der Spiegel-Artikel Jetzt geht’s los – Sony eröffnet den deutschen E-Book-Markt kommentiert dies sehr interessant. Viel wurde und wird über Sinn und Unsinn, Nutzen und Zukunftschancen (oder eben nicht) von solchen Geräten auch ansonsten in den Medien und Blogs diskutiert. Gerade heute auch ein interessanter Beitrag bei bibliothekarisches.de: Der E-Book-Reader-Olymp wird heiß umkämpft.

Aber wie der Titel schon hergibt, will ich an dieser Stelle gar nicht so sehr versuchen objektiv in einem engeren Sinne zu sein. Es geht vielmehr darum was mich (und vermutlich andere) an so einem Teil reizen könnte – und bei mir kommt durchaus die alte Begehrlichkeit nach “so einem Teil” wieder an die Oberfläche bei so einer Meldung. Vorausgeschickt: Ich würde mich bei weitem nicht als Bibliophilen (im Sinne von außergewöhnlich viel lesend), sondern eher als “informellen” Bedarfs- und Entspannungleser bezeichnen.

Ganz häufig wird das Argument von der Bibliothek in der Tasche angeführt. Und ja, genau das reizt mich im Wesentlichen. Trotzdem sagt dieses Argument meist nicht mehr, als dass ich viel Literatur in einem kleinen Gerät haben kann, nicht aber wie ich sie nutzen kann.Für die wichtigsten derzeit angebotenen Reader findet man zwar eine gute Vergleichsmatrix bei Mobilread.com, aber die hilft im Grunde nur sehr wenig.

Das: Was krieg ich dafür (an Literatur)?

Zunächst zum “das”. Ganz klar ist, dass man für einen “Leser” was zum Lesen haben muss, bevorzugt in seiner Sprache. Alle E-Book Reader können mit Textdateien umgehen, aber da hört es auch schon auf. Sieht man was es alles an Formaten gibt, dann kann man schon verzweifeln. Vor allem, wenn die beiden “größten” – Sony und Amazon – jeweils ein proprietäres E-Book-Format (angepasst an die Größe und Handhabung solcher Geräte) propagieren (Sony mit BBeB und Amazon mit AZW bzw. MobiPocket). Hmm, also wenn ich mich für eines der beiden Geräte entscheide, dann begrenze ich meine Auswahl aktueller (bzw. überhaupt) an Literatur also nicht unwesentlich. Ganz abgesehen davon, dass ich alle Literatur (insbesondere viel das ich bevorzuge) weder in dem einen noch in dem anderen Format erhalte oder ggf. überhaupt elektronisch. Selbst wenn ich zunächst akzeptieren würde, dass ein Format Mechanismem zum Schutz der Urheberrechte haben muss (im Grunde die selbe Diskussion wie bei MP3), dann sind mehrere Formate, die nicht von allen Geräten unterstützt werden, ein wesentliches Argument gegen diese Geräte, weil meine Auswahl viel stärker beschränkt wird als jemals beim klassischen Buch. Selbst das rigideste Rechtesystem von einem Format könnte am Ende nur dazu führen, dass quasi 1:1-Entsprechung zum Buch entsteht (ich den Text nur im Buch/Reader lesen kann). Das ist sicher nicht gerade fortschrittlich und das Ziel der Sache (1:1 zu sein, statt mehr zu werden), aber so wie es ist kann ich zwar viel haben, aber nicht alles elektronisch und unter den elektronischen Versionen wiederrum nur einen Teil. Die Wahl eines Herstellers soll also meine Wahlfreiheit bei der Literatur (dem worum es geht) beschränken, wobei es mir zudem nahezu unmöglich ist vorher abzuschätzen wie das Angebot bei dem einen oder anderen aussieht? Bei Musik mit dem den MP3-Format habe ich das Problem doch auch nicht (mehr; so ausgeprägt).

Was ist eigentlich mit dem mir bekannten Standard als “Druckequivalent”: PDF? Ein Problem ist zunächst, dass es tatsächlich equivalent ist, d.h. das es üblicherweise für den Ausdruck auf DinA4 ausgelegt ist. Diese Dimensionen sind aber auf einem kleinen Gerät (was nicht mal unbedingt an DinA5 ranreicht) aber unpraktisch. Natürlich kann man hier “tricksen”, indem die Geräte einen Zoom erlauben und dann frei nach links/rechts und oben/unten gescrolled werden kann oder, und das kann der Sony wohl auch bedingt mit aktueller Firmware, das PDF wird beim Lesen neu formatiert, so dass es auf den Bildschirm sinnvoll lesbar ist. Die Alternative (die bietet Irex) ist, dass man das Display größer macht. So oder so muss das Gerät aber PDF noch unterstützen. Womit der Kindle schon ausfällt (wobei der Kindle 2 das wohl können soll, aber andererseits ist nichtmal der Kindle 1 auf dem deutschen Markt verfügbar). Für micht persönlich wäre die Unterstützung für PDF sehr wichtig, da ich viele Sachen, die ich gerne verfügbar hätte, als PDF habe oder erhalte. Ganz sicher will ich diese aber nicht vorher umständlich und evtl. mit Verlusten in ein anderes Format wandeln müssen. Aus dieser Perspektive wäre für mich der Irex Iliad die beste Entscheidung, weil er das Problem des “Papierformats” von PDF durch seine größe relativ ausgleich (der neuere Reader – DR 1000 – von Irex hat sogar ziemlich genau DinA4-größe).

Optimal wäre aber natürlich, dass ich alles was ich auf Papier erhalten kann auch elektronisch verfügbar ist und ich mir über das Format – sowohl “physische” Dimensionen, noch Dateiformat – vor dem Kauf (Bezug) keine Gedanken machen muss – im Moment sind das noch viel zu viele.

Wie: …funktioniert das alles?

Das “was” ist schon ein wenig in das “wie” abgerutscht. Trotzdem gibt es noch mehr “wie” – zmdst. für mich. Denn ein reiner Ersatz für das klassische Buch scheint mir doch unspannend. Statt auf Papier lesen und Seiten umzublättern erhalte ich nur ein elektronisches Pendant? Wirklich mehr “wie” gibt es nicht? Wenn ich einen Deutsch-Englisch Duden hole, dann muss ich mich da “durchblättern”? Die E-Bookformate unterstützen zwar Indizes, aber was bei in Kapiteln gegliederten Büchern praktisch ist, ist gerade bei Nachschlagewerken doch beinah lächerlich. So ein Index macht nur Sinn, wenn ich eine Suchmöglichkeit habe, was zugleich bedeutet, dass ich eine Eingabemöglichkeit habe. Der aktuell bei Thalia angebotene Sony PRS 505 hat diese nicht, wohl aber das neuere Modell PRS 700, der Kindle und die Modelle von Irex. Die einen lösen es über Onscreen-Tastaturen, also Eingabe per Fingerberührung oder “Stift”, die anderen mit Minitastaturen unter dem Display. Abgesehen von der Frage was nun wirklich praktisch ist, ist die andere Frage, die nicht ganz leicht für jedes Gerät zu klären ist, ob Volltextsuchen möglich sind (was sicher ordentlich Prozessorleistung und damit Energie kostet) oder ob nur in vorgefertigten Indizes gesucht wird. Eine andere spannende Variante von Suche oder besser Nutzung von Lexika ist, wenn durch das Doppelklicken (oder was auch immer) eines Begriffs im gerade gelesenen Text in einem oder mehreren (zuvor wohl erworbenen) Lexika gesucht wird. Abgesehen von dem PRS 505, der dies nicht kann, haben die drei interessanten (Sony PRS 700, Irex, Amazon Kindle) solche Möglichkeiten wohl, aber es ist unheimlich schwer aus Beschreibungen des Funktionumfangs oder auch YouTube-Videos abzuleiten, wie praktisch diese Möglichkeiten (umgesetzt) sind. Soweit ich es ermitteln kann, hat hier wieder Irex die Nase vorn bei der Benutzerfreundlichkeit.

Eine Suche wäre für mich sehr wichtig und ist im Grunde auch immer schon eng mit der Vorstellung eines E-Book Readers verknüpft gewesen. Das Thaliaangebot disqualifiziert sich damit (neben dem Formatproblem/-frage) schon. Er kann nur Lesezeichen setzen. Lesezeichen sind mir ebenfalls sehr wichtig (wie ich die immer herausfallenden x Papierlesezeichen in Büchern hasse), werden aber auch von den meisten Readern unterstützt. Trotzdem auch hier die Frage: wie praktisch? Hätte ich tatsächlich hunderte von Lesezeichen über zig Bücher verstreut, dann müsste der Zugriff darauf schon durchdachter sein, als nur eine lange Liste anzulegen. Für Kategorien bräuchte ich (wahrscheinlich) wieder eine Freitexteingabemöglichkeit.

Nah am Prinzip von Lesezeichen wäre auch die Möglichkeit etwas zu unterstreichen oder zu markieren. Damit das einfach geht, braucht es aber wieder eine “direkte” Manipulationsmöglichkeit, wie den Finger oder einen “Stift”. Wirklich mithalten tun hier wohl nur der PRS 700 und die Irex-Reader, wobei Irex-e sogar Notizen in Handschrift ermöglichen. Je nachdem wie bereichsspezifisch (”Mitte der Seite”) ein Lesezeichen gesetzt werden kann, wäre das für mich verzichtbar (obwohl ich mir persönlich dafür mindestens eine spannende Anwendung vorstellen könnte). Sicher spannend wäre auch die einfach Verknüpfung von Lesezeichen.

Ein wichtiges “wie” ist sicher auch: Wie schnell ist das Gerät? Hier ist es meines Erachtens wirklich schwierig, denn das ist auch ein sehr subjektives empfinden, ob die Geschwindigkeit sehr gut erträglich oder bis hin zu unerträglich ist. Zeitangaben in Tabellen und selbst Videos helfen mir dabei nicht. Ich habe noch nie gemessen, wie lange ich zum umblättern einer Seite brauche. Und selbst wenn es “lange” (gar länger als bei einem Reader) dauern würde, dann warte ich ja nicht nach einem Knopfdruck sondern bin mit dem Umblättern beschäftigt – das macht subjektiv sicher einen erheblichen Unterschied. Soweit ich das einschätzen kann, sind die meisten Reader zumindest erträglich (gemessen an dem Nutzen, den ich mir erwarte) schnell, wenn sie mit “ihren” Formaten umgehen. Bei PDFs (sofern überhaupt unterstützt) wirkt das schon ganz anders (z.B. bei YouTube-Videos zu den jeweiligen Readern).

Das wären für mich die wesentlichen “Wies”. Nicht so wichtig wäre für mich, wie schwer das Teil ist, denn das Gewicht hält sicher überall in Grenzen. Wie groß das Gerät ist, ist für mich nicht entscheidend, sofern die Darstellung der unterstützten Formate (sinnvoll) gelingt – trotzdem hat der Irex hier anscheinend eben durch seine Größe Vorteile. Ebenfalls nicht so bedeutsam ist für mich, wie ich E-Books auf das Gerät bekomme. W-Lan (oder wie bei Kindle “gefühlt” Equivalentes) ist zwar schön, aber zur Not kann ich auch mit einem PC als direktem Mittelsmann leben – andererseits übt die Möglichkeit den USB-Stick bei dem Irex Iliad (der neuere anscheinend aber nicht mehr) anzuschließen durchaus einen Reiz aus, ebenso wie aber USB 1.1 abschreckend wirkt. Und wie lange das Gerät läuft scheint mir auch vernachlässigbar, da sie alle offensichtlich mindestens einen kompletten Tag duchhalten (kleine Zweifel bleiben nur beim Irex). Ebenfalls nicht so wichtig ist mir, ob (dass) die Bücher in dem Format (viel) billiger sind (wichtiger wäre mir, dass ich sie wie ein echtes Buch handhaben kann und zwar in dem Sinne, dass mir da kein Rechtemanagement einen Strich durch die Verleih-/Sicherungsrechnung macht).Wie stabil die Teile sind ist mir zwar nicht unwichtig, trotzdem würde ich davon ausgehen, dass sie alle Alltags-/Taschentauglich sind und mir da weniger Sorgen machen (obwohl auch das eher Prinzip Hoffnung ist). Andererseits ist mir der Ruf des Supports einen Unternehmens mittlerweile recht wichtig (Updates, Reparaturen etc.). Überhaupt kein Wie ist, wieviel Platz ich damit sparen könnte. Die Bücher stapeln sich zwar langsam (statt gereiht zu stehen), aber solang sie zmdst. den Eindruck erwecken, dass nicht nur der Fernseher und PC wichtig sind… (blöder Scherz ;-) ).

Fazit

Ich habe eine Vorstellung, welchen Zweck ich mit so einem Gerät verfolge, aber keine Produktbeschreibung, kein Testartikel oder Video vermittel mir wirklich, ob selbst ein Gerät, das objektiv alle Kriterien erfüllt, in der Praxis wirklich für mich (wirklich ganz subjektiv) den gewünschten Nutzen bringt – schön wenn ein Auto laut test fährt, aber ich nicht angegeben wurde, ob es Servolenkung hat. Nach allem würde ich aber am ehesten vermuten, dass der Irex Iliad dies tut, denn er kann mit PDFs anscheinend gut umgehen und sie gut darstellen. Von den ansonsten unterstützten Formaten würde ich mich wahrscheinlich auf einem sicheren Pfad bewegen, denn insbesondere MobiPocket ist schon allein durch die Popularität vom Kindle gut abgedeckt – dummerweise nur auf englisch wirklich zu erwarten. Abgesehen davon könnten weitere unterstützte Formate durch Drittentwickler hinzugefügt werden (und sind wohl auch schon) – in welchem Umfang auch immer genau, gilt dies aber auch für den Sony PRS 700. Ansonsten “wirken” Bookmarks, Notizen, Lexikaschnellzugriff etc. sehr schön und auch die Geschwindigkeit “scheint” mir akzeptabel.

Tja, viel scheint und wirkt. Und wenn man sich irrt, dann hat man mindestens den Umstand alles zurückschicken zu müssen, nur um das Gerät mal in der Hand gehabt und ausprobiert zu haben. Das Problem verschärft sich noch, wenn man sich für den Kindle entscheiden würde (Versand aus den USA, Zoll, Porto…), der ebenso wie z.B. der PRS 700 von Sony in Deutschland nicht erhältlich ist. Der einzige E-Book-Reader, den man mal im Laden an der Ecke ausprobieren kann, wird ab nächsten Monat der PRS 505 bei Thalia sein. Wahrscheinlich ein genialer Zug von Sony, denn zu verlieren gibt es ja nicht wirklich viel, da mit dem PRS 505 ja quasi das veraltete (Sony drückt das anders aus), bereits vermarktete Modell auf den deutschen Markt geworfen wird, welches zudem durch seine Erhältlichkeit als einziger E-Book Reader im gewöhnlichen Handel einiges an Aufmerksamkeit erhalten hat. Schön ist natürlich auch, dass man für 300€ verkaufen kann, was man sonst “nur” für 300$ los wird und schön, dass das Kindle etwas in den “Hypehintergrund” gerät, weil Amazon (noch?) nicht auf den deutschen Markt will . Während ich bei dem PRS 505 den Preis schon geradezu für einen Nepp halte, sind natürlich auch Reader, die wirklich einen Mehrwert (eben sehr subjektiv) haben auch relativ viel teuerer. Bei einem Preis von 500€ (Irex Iliad), will man (ich) aber dann auch kein Gerät haben, dass noch erheblich Wünsche offen lässt bezüglich der Vorstellung des echten Mehrwerts von sowas gegenüber dem Buch und dem Bücherregal.

Und nun? Seit Captain Picard Shakespeare-lesend über die Decks der Enterprise wandelte, wollt ich so ein Ding haben. Und das nicht erst in 200 Jahren. 20 wart ich ja quasi schon seit Erstausstrahlung. So wie es ist (teuer, “unsicher” in der Anwendung und insbesondere schwerlich auszuprobieren) werde ich wohl einfach hoffen, dass viele andere sich den für mich definitiv uninteressanten Sony Reader 505 holen und damit Akzeptanz und vor allem Weiterentwicklung fördern, die schließlich zu einer allgemeinen Nachfrage von erschwinglichen Geräten in echter Konkurrenz führt – hoffentlich nicht erst in 200 Jahren. Dazu gehört natürlich ein Bordcomputer, der mir alle meine Fragen in einer Sprache beantwortet und nicht mal in Deutsch und mal in Chinesisch – sprich: ich krieg alle (das meiste) an Literatur in einem gerätetauglichen Format oder kann einfach und sicher dahin konvertieren (eigentlich will ich natürlich so einen Bordcomputer). Ich will mir bei einem Kauf (mindestens) so wenig grundsätzliche Gedanken machen müssen, wie heute schon bei einem MP3-Player. Trotzdem glaube und hoffe ich, dass sich das durchsetzen wird.

Trotzdem und wie auch immer… würde ich im Lotto gewinnen, dann wäre es zu Sternzeit 2009 der Irex Iliad.

Im Grunde ist das grob ein ähnliches Fazit wie beim oben genannten Blog-Eintrag bei bibliothekarisches.de:

Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto eher komme ich zu dem Ergebnis: 2009 ist nicht das Jahr des E-Books, sondern 2009 ist das Jahr des Hypes um das E-Book.

Allerdings würde ich ergänzen, dass der Hype schon älter ist (wenn auch Sony in noch etwas mehr in die breite deutsche Öffentlichkeit trägt). Am wichtigsten ist aber, dass Hypes zyklisch sind. Zumindest gefällt mir dieses Modell sehr gut, weil es nicht nur in Kategorien wie Erfolg und Gescheitert denkt. Eine kurze Erklärung zu Hype-Zyklus bei Wikipedia (oder bei Gartner selbst). Je nachdem wie man es betrachtet (USA: lange auf dem Mark, BRD: quasi neu mit Sony) befindet sich der E-Reader doch irgendwo zwischen Phase 1-3, wobei einige sehr viel ältere E-Reader schon die Phase 1-4 durchgemacht haben. Die Idee will man seit Jahrzehnten nicht für wirklich tot oder gescheitert erklären. Für mich wäre derzeit Phase 3 bei den erhältnlichen Modellen (”Trough of Disillusionment”), bei dem aber schon die Phase 5 langsam in Sichtweite rückt.

Vielleicht reicht am Ende dann das Sonnenlicht am Fenster als Energieversorgung, man kann mit ihm unter Wasser in irgendwelchen Büchern lesen über deren Format oder “Rechtemanagement” man sich keine Gedanken machen muss, das “Rumblättern” funktioniert mit einem kleinen Scrollbalken, über den man den Finger über einer papierähnlichen Fläche hin und her bewegt (nen Blättergeräusch kann man sicher auch ausgeben und ein Gefühl für das Buchvolumen wird geschickt visuell eingeblendet) und das Ding ist noch so billig, dass man sich damit Bücherregale füllen könnte (auch wenn das sinnlos wäre, zumal die Geräte Softwareupdates erhalten und Jahrzehnte lang halten). Daneben gibt es natürlich noch alle zuvor genannten Möglichkeiten (Lesezeichen, Notizen, Kopieren von Textpassagen zum Zitieren, tausende Bücher im “Taschenbuchformat” etc.) und noch einiges, noch gar nicht bedachtes, Findiges. Prinzipiell scheint das alles nicht unmöglich oder besonders unwahrscheinlich (am “unwahrscheinlichsten” scheint derzeit eine echte Lösung von Format und Urheberrechten). Aber wenn diese machbaren Dinge geschafft wären… Und trotzdem will keiner das Ding haben, weil er keinen (relevanten) Nutzen darin sieht und seine Gewohnheit ihm den Griff zum Buch diktiert? Der entscheidende Wert eines Buches liegt doch nicht in seiner “physischen” Form. Es hat sich durchgesetzt, weil es erheblich Vorteile gegenüber Mund-Gehirn/Gedächtnis-Ohren-Informationsüber/-vermittlung hat, aber nicht weil dann Stille herrscht (die vielleicht zuächst als sehr unangenehm, weil abweichend vom Gewohnten, empfunden wurde. Schließlich konnte man vorher einfach nachfragen, statt blöd rumzublättern). Naja, ich bin jedenfalls gespannt, ob das Buch aufgrund so herausragender Eigenschaften wie der haptischen Qualität und des ästhetischen Regalfüllwerts (wohl die zwei entscheidenden Eigenschaften, die ein E-Book Reader nie wirklich haben kann), wahrhaft das optimale und praktischste Informationsmittel – Information im allerweitesten Sinne – bleiben wird. ;-)


DB Recovery Info (Was soll das?)
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